Nach viertägiger Schiffsreise fuhr Goethe, von der Seekrankheit geplagt, in den malerischen Hafen von Palermo ein. Vom Panorama – rechts der eindrucksvolle Hausberg Monte Pellegrino und links die lang gestreckte Silhouette der Altstadt – konnte er sich gar nicht mehr losreißen. Unsere Route startet dagegen nicht am See-, sondern am Flughafen mit der Auswahl der geeigneten Urlaubskarosserie. Vom Landepunkt nehmt ihr Kurs auf die Inselhauptstadt und erhascht, der Autobahn E90 folgend, erste Blicke auf das kobaltblaue Mittelmeer. Nach einer guten halben Stunde erreicht ihr eure erste Station. Achtet dabei auf etwaige Mautgebühren im Stadtgebiet Palermos, welche ihr mit ein wenig Geschick umfahren könnt. Nutzt dafür zum Beispiel die Navi-Funktion "Mautstrecken vermeiden".
In seinem Tagebuch zeigte sich Goethe fasziniert von der gradlinig angelegten Stadt; einem Überbleibsel der Römerzeit. Er liebte es, die Menschen auf den Straßen zu beobachten, wie sie in altehrwürdige Kirchen gingen, am Hafen flanierten oder geschäftig auf dem Mercato Vucciria ihre Waren anpriesen. Auch heute hat die Stadt nichts von ihrer Geschäftigkeit verloren: Mittlerweile gibt es den fangfrischen Fisch auch an angesagten Streetfood-Ständen und bei Nacht zeigt sich der Ort nicht (mehr nur) geheimnisvoll dunkel, sondern erstrahlt in lauen Sommernächten dank Beleuchtung von Theatern wie Kathedralen eindrucksvoll. Tagsüber lohnt ein Spaziergang ans Ufer des Fiume Oreto, wo bereits Goethe Steine als Andenken sammelte. Krönend im herrschaftlichen Sinne ist ein Aufstieg zum Monte Pellegrino. Von hier bietet sich ein unvergleichlicher Ausblick über Palermo und eines ist gewiss: Wenn bereits der Vorläufer aller Reisebloggerinnen und Reiseblogger mit größter Freude diesen Hausberg erklomm, wird euch seine schöne Form nicht weniger begeistern. Bei so viel Ausflugsvielfalt solltet ihr an dieser Station durchaus zwei Tage einplanen.
Ihr verlasst vorerst das lebhafte Palermo und begebt euch zur zweiten Station unserer Rundreise: Alcamo. Während Goethe zu Pferd ausritt und sich über die Tradition wunderte, Wein mit Wasser zu vermischen, hebt ihr euch den Genuss gegorenen Traubensaftes als Belohnung für die angepeilten 46 Kilometer auf. Diese führen euch, Goethes Route möglichst nachempfunden, auf der Landstraße SS186 Richtung Monreale aus Palermo hinaus. Auf Höhe von Partinico geht es links auf die SS113 direkt auf das Etappenziel zu. In seinem Tagebuch zeigt Goethe sich begeistert: "Die Lage von Alcamo ist herrlich auf der Höhe in einiger Entfernung zum Meerbusen, die Großheit der Gegend zog uns an.
Hohe Felsen, tiefe Täler dabei, aber Weite und Mannigfaltigkeit." Ein kurzer Rundgang durch die Stadt offenbart zahlreiche Kirchen sowie ein Schloss– alles Überbleibsel aus dem Mittelalter. Goethe zog es jedoch eher in das Umland, das aufgrund seiner fruchtbaren Böden auch feinsten Wein zur Ernte treibt. Wenige Fahrminuten auf der SS113 entfernt befinden sich die Tempelanlagen von Segesta. Sie sind nie fertig geworden und dieser Umstand stiftete den Dichter zu vielerlei Vermutungen über die Bauweise wie den Zweck der Anlage an. Rund um die Tempelanlage erstreckt sich ein schönes, ländliches Gebiet, das zu einer kurzen Wanderung einlädt. Das sizilianische Panorama könnt ihr hier zum ersten Mal in Ruhe genießen. Vielleicht nehmt ihr euch zwei Tage hierfür Zeit.
Nun geht die Reise gen Süden. Auf der SS113 fahrt ihr an der schönen Tempelanlage von Segesta vorbei bis etwa auf die Höhe von Calatafimi, um dann auf die SS188 dir/A abzubiegen. Die raue Landschaft hier ist durchzogen von weißen Sedimentbergen, die Goethe "Geschiebe" nannte. Es geht nahtlos weiter auf die SS188, von wo ihr alsbald auf die E90 wechselt und Castelvetrano erreicht. Goethe blieb vor allem die Nacht in Castelvetrano im Gedächtnis: Ihm erschien ein heller Stern im Zimmer, der nach einiger Zeit wieder verschwand. Am nächsten Morgen erkannte er, dass ein Loch im Dach seines Gasthauses zu dieser wunderlichen Erscheinung führte.
Doch es gibt noch mehr an eurer dritten Station zu entdecken: Die historische Architektur ist stark arabisch geprägt. Ein besonders schönes Exemplar arabisch-normannischen Stils ist die im 12. Jahrhundert erbaute Kirche Santissima Trinità di Delia; etwa vier Kilometer vom Ort entfernt. Auf der Piazza Garibaldi stehen gleich drei Sehenswürdigkeiten Castelvetranos beisammen: das Rathaus, die Chiesa Madre und der Nymphenbrunnen. Im städtischen Museum können Funde aus Selinunt bestaunt werden, einer archäologischen Fundstätte direkt am Mittelmeer. Ihre griechischen Tempel sowie Siedlungsspuren zählen zu den bedeutendsten Siziliens.
Jetzt geht es an die Küste! Die SS115 bringt euch direkt von Castelventaro nach Sciacca, dem Küstenort mit typisch italienischem Flair. Wer noch mehr Landschaft sehen möchte, kann die längere Route via SP56 und SP79 in Betracht ziehen und noch mehr weite Landschaft sowie Aloe-Pflanzen bewundern. Goethe vermeldete ungerechterweise nur wenig über den Ort, eines erfreute ihn nach der bisher kargen Landschaft nachhaltig: "Endlich auch Pantoffelholz!" Eine Pause von antiken Tempelanlagen sowie historisch wertvollen Kirchen wird euch am Hafen von Sciacca sicher guttun. Wunderbar kann man hier flanieren, sich buchstäblich stufenweise in das historische Zentrum vorarbeiten, dem geschäftigen Treiben auf der Piazza beiwohnen.
Hier lohnt es sich, einmal nach der für die Region typischen Keramik Ausschau zu halten und ein kleines Andenken zu erstehen. Und zur richtigen Zeit kann man die Karnevalshochburg Sciacca noch von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Ein anderes kulturelles Highlight: Im Castello Incantato schuf der einheimische Künstler Filippo Bentivegna einen fantastischen Skulpturengarten, mit dem sich der für verrückt Erklärte gewissermaßen selbst therapierte. Zu guter Letzt ist Sciacca seit der Römerzeit für seine Thermalquellen bekannt. Am Monte Kronio und an der Via Agatocle kann heute noch ein Bad im heilenden Wasser genossen werden – bevor die Tour euch in das frühere Girgenti führt.
Zu Goethes Zeiten noch Girgenti, heute Agrigent – vom Namen unbeirrt locken verwinkelte Gassen sowie die Aussicht, Herkules und Zeus im imposanten Tal der Tempel zu begegnen. Eure aktuelle Station Sciacca verlasst ihr auf der SS115 und gelangt innerhalb einer guten Stunde an das Ziel. Wer mehr Zeit einplanen möchte, kann mittels eines kleinen Umweges noch näher auf Goethes Spuren wandeln. Von Sciacca aus auf der SP37 gelangt ihr ins bergreiche Caltabellotta – der Reisebericht des deutschen Dichters verrät euch, wie begeistert der Verfasser von der Landschaft und den Ausblicken über halb Sizilien war. Nach einem Zwischenstopp geht es weiter über die SP36, SP47 und SS386, welche euch wieder zur Anfangsroute über die SS115 zurückführen.
Neben der schönen Barockkirche Chiesa San Lorenzo aus dem 17. oder der Kathedrale San Gerlando aus dem 11. Jahrhundert in der Altstadt Agrigents ist das UNESCO-Weltkulturerbe Tal der Tempel wohl am faszinierendsten. Goethe war gefesselt von der Weite, dem Material sowie der Präsenz der Anlage. Etwas entfernt von der Altstadt Agrigents versammelt sich das Who's who der griechischen Götter: Hera, Zeus und mehr haben hier eine Vertretung auf Sizilien. Zeus' Tempel wurde allerdings nie fertiggestellt, aber bereits dessen Ruinen sind beeindruckend. Und der Concordiatempel ist nicht nur der am besten erhaltene des Tals, sondern auch einer der hervorragendsten der gesamten griechischen Antike. Doch nicht nur Säulen gibt es hier im antiken Akragas zu entdecken, das eine der größten Städte des Mittelmeers war. Auch Aquädukte, Mosaike wie Stätten des Alltages haben sich bis in die Neuzeit erhalten und dürfen bei keinem Rundgang fehlen.
Zum nächsten Etappenziel führt euch die SS640. Von Agrigent nach Caltanissetta gelangt ihr in unter einer Stunde. Goethe war begeistert, endlich das fruchtbare Sizilien kennenzulernen, vorbei an nichts außer grünen Feldern. Es lohnt sich also auch hier, einen Abstecher in die parallel führenden Straßen zu machen (zum Beispiel entlang der SP15, SP39 oder SS122). Achtet auf den interessanten Kontrast zwischen der auch heute noch grünenden Landschaft und dem rötlichen, zunehmend vulkanischen Boden. Die Region um Caltanissetta ist ein über die Insel hinaus bekanntes Anbaugebiet für Getreide, Artischocken, Mandeln sowie Oliven.
Hier hat sich ein Stück Ursprünglichkeit bewahrt – auch heute noch bieten die Händlerinnen und Händler zweimal wöchentlich die frischesten Feldfrüchte und noch viel mehr auf dem Markt feil. Hier wurde auch Goethe fündig, als er nach einem Abendessen suchte. Das Grün der Pflanzen und das Blau des Himmels sowie des Meeres werden in dieser Landschaft durch gelbe, rote und violette Erden und Gestein ergänzt. Lasst euch verzaubern von der Farbenpracht sowie den leckeren regionalen Speisen. Bei einem Rundgang durch die Stadt finden sich noch Spuren aus der Zeit, als in Caltanissetta Schwefelhandel betrieben wurde: Der Reichtum der Stadt wurde zur Pflege alter Wahrzeichen wie der Kathedrale Santa Maria la Nova verwendet.
Heute schafft ihr es an die Ostküste Siziliens und könnt wieder das Mittelmeer sehen sowie bei Bedarf fühlen. Der Weg zum Ziel ist die A19, die euch nach einer kurzen Fahrt über die bekannte SS640 direkt bis Catania bringt. Nach wenigen Kilometern kommt ihr an dem Ort Enna vorbei (früher Castro Giovanni). Hier rastete Goethe und genoss die Aussicht, auch das Castello di Lombardia ist einen Abstecher wert. Eine alternative Route führt über die SS122, SS117bis und SS288 nach Catania – zeitlich länger, aber auch mit mehr Abenteuer in den fruchtbaren Bergen wie Tälern Siziliens. Angekommen, führt euch der erste Weg an den Hafen. Hier bietet der traditionelle Fischmarkt allerhand Meeresfrüchte an – frischer geht es kaum.
Nach einer solchen Stärkung geht es auf Erkundungstour: Catania ist eine der spätbarocken Städte des Val di Noto und damit Weltkulturerbe. Im Stil des Barock wurde die Siedlung nach einem Vulkanausbruch 1669 wiederaufgebaut. Dabei wurde sehr viel Lavagestein verwendet, was sich auch heute noch im Stadtbild zeigt und den Ort auch als schwarze Tochter des Ätna bekannt machte. Wahrzeichen ist der Elefantenbrunnen, der – natürlich – aus Lavagestein geformt wurde und einen Obelisken aus wahrscheinlich römischer Zeit trägt. Wer Zeit mitbringt, sollte sich ins Meer wagen, am besten an einer weniger belebten Felsküste wie dem Strand von Santa Tecla oder Aci Castello. Catania selbst ist mit einem etwa dreißig Kilometer langen Sandstrand ausgestattet.
Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude: An eurer heutigen Station seid ihr nun endgültig im Dunstkreis des Ätna angekommen. Während ihr ihn in Catania aus der Ferne betrachtet habt, gelangt ihr auf der A18 Richtung Taormina immer näher an den aktiven und weltbekannten Vulkan. Hier können Mautgebühren fällig werden, vermeiden könnt ihr das auf der längeren Route über die SS114. Etwa eine Stunde begleitet euch der Ätna linker Hand auf dem Weg zu unserem vorletzten Routenpunkt. Taormina zählt bereits seit dem 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Tourismuszentren Siziliens und auch ihr solltet mindestens zwei Tage für den Ort einplanen. Die malerische Lage am Ionischen Meer, die idyllische Landschaft und das Postkartenpanorama machen dieses Städtchen zu einem ganz besonderen Fleck auf der Insel. Pure Romantik vereint sich mit geschichtsträchtiger Kulisse sowie einzigartigen Buchten. Vom griechischen Theater – dessen Name irreführend ist, da die Römer es erbauten – ist ein wunderbarer Blick auf den Ätna garantiert.
Bereits Goethe schwärmte von der milden Atmosphäre, die den Vulkan entfernter und sanfter erscheinen lässt, als er ist. Nun habt ihr Zeit, ausgiebig zu flanieren: vorbei am kunstvoll ausgestalteten Stadtpark im englischen Stil, Palästen und Kirchen aus allen Epochen sowie versteckten Gassen mit reich verzierten Häusern. Dabei sollte unbedingt der für die Region typische Mandelwein probiert werden. Nachdem ihr jene paradiesischen Zustände genießen konntet, dürft ihr euch an den Aufstieg zum Ätna wagen – auf dass das Wetter einmalige Ausblicke gewährt. Heute ist der Aufstieg auch um einiges bequemer als zu Goethes Zeiten: Während ihr einen Großteil der Strecke mit dem Mietwagen auf befestigten Straßen zurücklegen könnt, machte Goethe sich entgegen aller Warnungen zu Fuß auf den gefährlichen Weg über rutschiges Lavagestein.
Zur letzten Station Messina gelangt ihr über die A18, sofern etwaige Mautgebühren in Kauf genommen werden. Alternativ führt euch die Strecke an der Küste entlang auf der SS114 – die mehr aufgewendete Zeit wird durch den Ausblick auf das kobaltblaue Meer wieder wettgemacht. Und wie es bei Reisen so ist, die sich dem Ende zuneigen, nehmt ihr die Umgebung noch einmal ganz anders wahr als zu Beginn derselben: Mit dem Ätna im Rücken und den kleinen mediterranen Häusern am Straßenrand geht es nun zum Tor Siziliens.
Jetzt gelangt ihr zu der Stadt, die aufgrund ihrer Lage an der nordöstlichen Spitze Siziliens namensgebend für die bis zu drei Kilometer schmale Meerenge zwischen dem Eiland und dem italienischen Festland ist. Das Stadtbild hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt, da die Natur die Einwohnerinnen und Einwohner beständig zur Neugestaltung ihrer Stadt zwang. Umso erfreulicher ist, dass die Unterwasserwelt vor Messina seit Jahrhunderten einen besonderen Artenreichtum sowie interessante Strukturen offenbart, die erst noch erforscht werden wollen.
Nach einem schönen Tag im Schatten der Kathedrale von Messina oder der Madonna delle Grazie sollte ein Spaziergang am Meer unbedingt anschließen. Von hier machte sich Goethe am 13. Mai 1787 auf den Rückweg gen Neapel. Er drückte sich damit auch vor einem weiteren Essen mit dem cholerischen Konsul der Stadt, welcher ihn am Hafen mit den Worten "Wer absegelt, ist entschuldigt!" verabschiedete. In diesem Sinne findet eine ereignisreiche Rundreise ihr Ende und ihr macht euch via E90 Richtung Palermo und Flughafen auf, um abzusegeln – pardon – abzufliegen.
In der Nase der Duft frischer Zitronen, Orangen und Oliven – all das und mehr verspricht ein Roadtrip mit dem Mietwagen entlang der Südwestküste Siziliens. Nebenbei kannst du Badetage an den traumhaften Sandstränden der Insel verbringen.
Fantastische Ausblicke auf eine unvergleichliche Naturkulisse aus Bergen und Meer. Bergdörfer voller einzigartiger und landestypischer Gerichte sowie leckerer Süßspeisen. In den Ohren das sanfte Rauschen seichter Wellen des glitzernden, türkisblauen Meeres. In der Nase der Duft frischer Zitronen, Orangen und Oliven. Dazu ein wohlig-warmer Wind, der dank des ganzjährig milden Klimas besonders wohltuend ist – all das und mehr verspricht ein Mietwagen-Roadtrip entlang der Südwestküste Siziliens. Entdeckt die vielfältige Kultur dieser Region Italiens und verbringt dabei immer wieder ein paar wunderschöne Badetage an den traumhaftesten und feinsten weißgoldenen Sandstränden der Insel.
Historische Barockfassaden – leicht bröckelnd, aber wunderschön – große Plätze voller Palmen, enge, aber sehr belebte Straßen und im Hintergrund ragt kurz vorm leuchtend-blauen Meer der Monte Pellegrino in die Höhe: Palermo präsentiert sich als besonders einladender Startpunkt eurer Sizilien-Rundreise. Einmal aus dem Flugzeug gestiegen, durchdringt euch sofort das typisch italienische Dolce-Vita-Lebensgefühl: Ungeniert hupen Vespa-Fahrerinnen und -Fahrer um die Wette, während ihr euch auf den Weg zum Mondello Beach oder auch zu einem der vielen Eiscafés in der Altstadt macht. Hier sitzt ihr dann bis in die Nacht hinein, unterhaltet euch und gestikuliert wild, lacht laut und genießt das Leben. Lasst euch anstecken von dieser Freude, von der Leidenschaft der Sizilianerinnen und Sizilianer und stimmt euch ein auf einen unvergesslichen Roadtrip entlang der Inselküste.
Am etwa 30 Kilometer entfernten, nordwestlich gelegenen Flughafen Palermo-Punta Raisi (PMO) findet ihr den passenden Mietwagen. Die Schalter der Autovermietungen Sixt, Budget, Goldcar sowie einiger weiterer befinden sich gesammelt und ausgeschildert im Ausgangsbereich des Flughafengebäudes. In Palermo angekommen, solltet ihr euch den eindrucksvollen Palazzo Reale, den Platz Quattro Canti sowie die Kathedrale und die Kapuzinergruft nicht entgehen lassen. Auf dem Weg zu eurem zweiten Ziel Richtung Südwesten empfiehlt sich ein Ausflug in das Naturschutzgebiet Riserva naturale orientata Capo Gallo bei Mondello. Die Ausblicke auf die felsigen Buchten, das glasklare Meer und die bewachsenen Dünen machen Lust auf mehr und versetzen euch in Vorfreude auf all die Naturschönheiten, die euch auf eurer Reise noch erwarten.
Nach ein bis zwei Tagen in der Hauptstadt geht es anschließend an die Westküste der Insel. Achtet hier darauf, dass die Autobahnen auf Sizilien, ebenso wie überall in Italien, mautpflichtig sind. Fragt also am besten bei eurem Mietwagenanbieter nach einem fest installierten Telepass oder aktiviert die "Mautstrecken vermeiden"-Funktion im Navigationssystem – dann solltet ihr euch allerdings auf ein paar Mehrstunden Fahrt einstellen. Nach etwa 105 Kilometern und eineinhalb Stunden Fahrt erreicht ihr schließlich das ehemals für seine Thunfisch- und Korallenverarbeitung bekannte Hafenstädtchen Trapani. Weit ragt die Stadt auf einer sichelförmigen Landzunge hinein ins Meer und erhielt so ihren Beinamen "Stadt der zwei Meere".
Zentral gelegen zwischen den Bergen im Norden, den klaren Gewässern der traumhaften Strände der Ägadischen Inseln im Westen, der wertvollen Salinen im Süden und dem mittelalterlichen Erice und seiner Burgfestung im Osten, bietet sich Trapani als perfekter Ausgangsort für Tagesausflüge mit dem Leihwagen in die abwechslungsreiche Umgebung an. Die Stadt selbst hat ebenfalls einiges zu bieten: So lassen sich zum einen sehr interessante Denkmäler, Gärten, Plätze, Museen und Gebäude – wie die Kathedrale von Trapani oder das Museum Agostino Pepoli – und zum anderen sehr belebte und wunderschön beleuchtete Gässchen entdecken.
Wer nach einem Tagesausflug auf die Ägadischen Inseln Favignana oder Levanzo nach einem Kontrast zu den idyllischen Sandbuchten und abenteuerlichen Kalksteinfelsen sucht, der freut sich über die ebenso schöne, nahezu nordisch anmutende Inselgruppe Isole dello Stagnone vor Marsala. Das Stagnone Nature Reserve ist geprägt von weiten Flachgewässern, Windmühlen sowie Salzwiesen und umfasst die in der Lagune liegende große Isola Grande, Mozia auf der Insel San Pantaleo sowie die kleineren Eilande Schola und Santa Maria. Während ihr im Museum Mozia so einiges über die antike phönizische Siedlung der Insel lernen dürftet, könnt ihr auf der Hauptinsel die Saline della Laguna, die größten Salzsalinen Siziliens bestaunen.
Zurück auf dem Festland laden die verschiedenen Weingüter der Region zu leckeren Verkostungen ein – probiert unbedingt einmal ein Glas des echten Marsala-DOC-Likörweins. Er ist extra hochprozentig und wird in allen Süßegraden angeboten, sodass er sowohl als Aperitif vor dem Essen als auch als Digestif danach mundet. Genießt ihn am besten ganz romantisch am Abend, wenn die Sonne in allen Farben über dem Lido Marakaibbo Strand untergeht. Auf dem Weg zum nächsten Ziel empfiehlt sich ein Abstecher in das Sciacca Naturreservat Capo San Marco. Hier gelangt ihr nach einer kleinen Wanderung durch die unberührte Landschaft, an ein paar der schönsten abgelegenen goldenen Sandstrände der Insel.
Über die SS115 geht es mit dem Leihwagen von Marsala weiter Richtung Süden in das kleine Hafenstädtchen Sciacca. Vom Meer bis hinauf zu einem Felsplateau steigen oberhalb der Küste unzählige terrakottafarbene Häuser stufenartig nach oben bis in die Altstadt – ein wunderbarer Anblick und einmal oben angelangt, genießt ihr die Aussicht auf den geschäftigen Hafen. Schlendert über die Piazza Scandaliato und haltet Ausschau nach den für Sciacca typisch farbenfroh bemusterten Keramikwaren.
Bunt und lebendig ist auch der über die Insel- und Landesgrenzen hinaus bekannte Karneval des Thermalortes: Jedes Jahr zwischen Februar und März füllen sich die Straßen und Gassen von Sciacca mit fröhlichen Menschen, die außergewöhnliche Masken tragen und mit Konfetti um sich werfen, während die aufwendig geschmückten Wagen und Karren bei lauter Musik sowie guter Stimmung durch die Stadt ziehen. Neben diesem Kulturhighlight solltet ihr noch ein weiteres auf keinen Fall verpassen: Die Burg Castello Incantato – sie beeindruckt mit einer Vielzahl interessanter Skulpturen und der faszinierenden, jedoch ebenso traurigen Geschichte von Filippo Bentivegna und seinem verzauberten Königreich aus steinernen Untertanen.
Auf dem Weg zur nächsten Station solltet ihr nach knapp 50 Kilometern unbedingt Halt in Realmonte machen: Die Scala dei Turchi ist eine ungewöhnlich abgestufte, weiße Klippe mit Blick auf das glitzernde Meer und die feinen Sandstrände der Südwestküste. Etwa 25 Minuten mit dem Mietwagen weiter gen Osten erreicht ihr schließlich die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Agrigent. Bekannt für die Ruinen des antiken Akragas südlich der Stadt, zählt sie heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und besticht mit einer besonders beeindruckenden altgriechischen Architektur. Das Tal der Tempel, so wird die riesige Ausgrabungsstätte genannt, beherbergt inmitten des paradiesischen Kolymbetra Gartens eine Reihe gut erhaltener griechischer Tempel wie den Concordia Tempel, den Hera- oder den Heraklestempel.
Während ihr umherspaziert und der Wind durch die duftenden Zitronen-, Orangen- und Mandelbäume säuselt, hört ihr beinahe noch die Stimmen der Götter – genießt das erdende Gefühl alter Zeiten und spürt die Natur auf eine ganz besondere Weise! Solltet ihr darüber hinaus mehr über die Region und die Umgebung der Stadt erfahren wollen, zeigt euch das Museo Archeologico Regionale di Agrigento viele weitere spannende Artefakte der griechischen Geschichte Akragas. Nach ein paar Tagen im sonnig-trockenen Agrigent darf es sicher wieder eine kühle Meerbrise sein? Begebt euch dafür knapp vier Kilometer südlich der Altstadt in das kleine San Leone, wo sich einige sehr breite, gut ausgebaute und attraktive Sandstrände die Küste entlang erstrecken.
Wenn es um die schönsten Strände Siziliens geht, ist Licata ein Mietwagen-Ziel, das auf dem Roadtrip nicht fehlen darf. Mehr als acht verschiedene Strände hat der Badeort zu bieten. Während jene im Osten flach und sandig sind, liegen die im Westen an romantischen Felsbuchten und rauen Steinwänden. Die Spiaggia Mollarella und die Spiaggia di Poliscia gelten als zwei der schönsten Strandabschnitte der Insel.
Noch etwas weiter im Norden befindet sich der Rocca San Nicola im kristallklaren, türkisblauen Wasser der Cala Paradiso. Gemeinsam mit den wildbewachsenen Klippen und den kleinen Sandstränden bildet der Felsen ein wunderbares Fotomotiv, das die Schönheit dieser Natur ein wenig für Zuhause festhält. Neben der malerischen Meereslandschaft ist auch das Castel Sant'Angelo besonders sehenswert. Die Burg thront hoch oben über der Stadt und besticht mit einer fantastischen Aussicht auf die Marina di Cala del Sol. Der Hafen wird umarmt von weit ins Meer ragenden steinernen Wellenbrechern – ebenfalls ein tolles Bild für die Kamera.
Ganz früh geht es weiter Richtung Süden, denn das nächste Ziel liegt auf der Ostseite der Insel und auf der Mietwagenfahrt bis in die UNESCO-Welterbestadt Noto gibt es noch einige wunderschöne Sandabschnitte zu entdecken. Wer also nicht genug von Siziliens Südwestküste bekommen kann, der hält unterwegs in Punta Secca am Strand Cava Randello und bei Pozzallo am Black Stone Beach sowie am Santa Maria del Focallo Strand. Ob karibisch-sandig oder wildromantisch-felsig – kein Strand ist hier wie der andere! Noto verzaubert Besucherinnen und Besucher mit seiner einzigartigen honigfarbenen Barockarchitektur.
1693 von einem Erdbeben zerstört, wurde die Küstenstadt anschließend umso schöner wiederaufgebaut und zählt heute zu den prachtvollsten und authentischsten Städten der ganzen Insel. Mit ihrer elfenbeinfarbenen Fassade, den zwei großen Glockentürmen und den vielen Stufen bis hinauf ist insbesondere die imposante Kathedrale von Noto eine Augenweide. Auf einer Hochebene über dem Asinaro Tal gelegen, besticht der Kunstort im Vendicari Naturpark außerdem mit antiken Bauten und einzigartigen Panoramablicken auf das wilde Meer. Im Frühjahr ist bereits die Fahrt dorthin ein Highlight, wenn sich die duftenden Blüten der Mandelbäume aus ihren Knospen pellen und die ganze Region Val di Noto bis Mitte März in zartem Weiß erstrahlt.
Auf dem Weg über die E45 nach Syrakus wartet im Norden Notos der eindrucksvolle Naturpark Riserva naturale orientata Cavagrande del Cassibile darauf, von euch entdeckt zu werden. Inmitten der reichen Vegetation führen schönste Wanderwege bis hinab in die Schlucht des Flusses Cassibile. Der sizilianische Canyon ist knapp zehn Kilometer lang und einige der Seitenwände sind bis zu 300 Meter hoch. Die glasklaren, blaugrünen Wasserstellen Laghetti di Avola laden zu fabelhaften Badepausen unter Wasserfällen ein. Eine Mischung griechischer, römischer und barocker Stilelemente bestimmt das Bild des Küstenortes.
Das historische Stadtzentrum auf der Insel Ortygia bietet jede Menge interessante Bauwerke, wie den Dom mit seiner schönen Barockfassade, die Teile eines antiken Tempels einschließt. Auf der Piazza Pancalli könnt ihr zudem die Überreste des Tempels von Apoll, eines Heiligtum aus dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert, bewundern. In Neapolis, dem Festland Syrakus' solltet ihr euch außerdem den Archäologischen Park nicht entgehen lassen. Entdeckt das römische Amphitheater, das Greco Theater und das Ohr des Dionysios, eine beeindruckende Kalksteinhöhle mit sagenumwobener Akustik – das Echo eurer Stimme soll bis zu 16 Mal widerhallen.
Auf der E45 fahrt ihr eine knappe Stunde weiter Richtung Norden bis zur letzten Station der Mietwagen-Rundreise: Catania– die Stadt am Fuße des Ätna. Nach einem Vulkanausbruch 1669 wieder erbaut aus Lavagestein, ist die zum UNESCO-Weltkulturerbe Val di Noto gehörende Metropole auch als die Schwarze Stadt Siziliens bekannt. Nichtsdestotrotz ist sie alles andere als trist. Auf dem Fischmarkt La Pescheria findet werktags ein reges Treiben statt und auf der großen Piazza del Duomo versammelt sich nahezu die halbe Stadt um den originellen Elefantenbrunnen und die prunkvoll verzierte Kathedrale von Catania. Diese Lebendigkeit lässt sich am besten bei lecker gefüllten Cannelloni oder einem typisch sizilianischen Zitronen-Gelato genießen.
Einmal in Catania sollten sich Abenteurerinnen und Abenteurer sowie Naturverliebte unbedingt auf einen Tagesausflug in den Parco dell'Etna begeben. Die ungeheure Naturgewalt der Lavaströme des Ätna durch die kraterreiche, schwarz-grüne Landschaft lässt euch demütig werden und bleibt euch nach eurer Heimreise auf jeden Fall im Kopf! Bevor es dann zum Flughafen Catania (CTA), etwa sieben Kilometer südlich der Stadt geht, wird es zum Schluss noch einmal nostalgisch: Ein letztes Mal den Sand unter den Füßen spüren, ein letztes Mal den Duft der salzigen Meeresbrise genießen und ein letzter Blick in die Ferne, während ihr die vergangenen Tage Revue passieren lasst – das macht ihr am besten an der wenig belebten Felsküste, zum Beispiel am Strand von Santa Tecla oder Aci Castello.
Auf diesem Roadtrip führen wir euch zu den Highlights der sizilianischen Küche. Probiert euch durch erlesene Weine, herzhafte Antipasti und Süßspeisen, die euch das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Und natürlich fehlt auch die beliebte Pasta nicht!
Auf Sizilien haben viele Köchinnen und Köche an der regionstypischen Küche mitgearbeitet und keiner von ihnen hat den sprichwörtlichen Brei verdorben. Ganz im Gegenteil – die sizilianische Küche ist, dank der turbulenten Geschichte und wechselnden Herrschaft durch Griechen, Araber und Römer eine Symbiose aus dem Besten, was der Mittelmeerraum und der Orient zu bieten haben. Kaum eine andere Region hat so viele kulinarische Highlights auf so kleinem Raum zu bieten. Durch den Ätna und die vulkanische Erde gedeihen zahlreiche Weinsorten, die die perfekten Begleiter für das lokale Essen sind. Steigt ein und lasst euch von den Köstlichkeiten Siziliens verwöhnen. Entdeckt ungeahnte Geschmacksvariationen und das ein oder andere Lieblingsessen, mit dem ihr später vielleicht euer Fernweh stillen werden.