Glasklares Wasser und saubere Sandstrände, idyllische Küstenstädte und geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten lassen eine Rundreise durch Kretas Südwesten zu einem unvergesslichen Urlaubsabenteuer werden.
Das nächste Ziel unserer Rundreise ist etwa 200 Kilometer von Matala entfernt: Sougia. Hier erwartet euch die 13 Kilometer lange Schlucht von Samaria – eines der beliebtesten Ausflugsziele Kretas. Die Wanderung hat es jedoch in sich und das nicht nur landschaftlich – der Weg führt von der Omalos Hochebene am nördlichen Ende über 1.200 Höhenmeter bis ans Libysche Meer nach Agia Roumeli. Ruht euch erst einmal in Sougia aus und lasst den Mietwagen am nächsten Tag hier stehen, um den Bus nach Omalos (nur sonntags) zu erwischen. Von Montag bis Samstag müssen Reisende ein Taxi nehmen oder den Bus in Richtung Chania und ab Agia Irini dann mit dem Taxi weiter nach Omalos fahren. Die Schlucht kann zwischen Mai und Oktober begangen werden.
Wem die Wanderung durch die Samaria-Schlucht zu lang ist, der kann am westlichen Ende des Strandes dem atemberaubenden Küstenweg nach Paleochora folgen. Unterwegs finden sich immer wieder lauschige Badebuchten für die verdiente Abkühlung zwischendurch. Abends geht es mit der Fähre zurück nach Sougia.
Das gemütliche Küstenstädtchen Paleochora liegt am sonnenreichsten Punkt von Kreta im äußeren Südwesten. Von Sougia aus fahrt ihr eine knappe Stunde durch die sehenswerte Natur im Landesinneren, bis ihr Paleochora erreicht, das sich auf einer kleinen Halbinsel befindet. Während die mit Pensionen und Restaurants gesäumte Promenade auf der Ostseite zu einem überschaubaren Kiesstrand führt, zeichnet sich die Westseite durch einen dichter besuchten Sandstrand aus.
Die vielen Unterkünfte in Paleochora stellen euch vor die Qual der Wahl, wo ihr eure erste von zwei Nächten verbringen möchtet. Der Ort bietet sich als idealer Ausgangspunkt für herrliche Wanderungen an. Ihr könnt das Auto hier unbesorgt am Straßenrand stehenlassen. Für alle, die sich tags zuvor für die Samaria-Schlucht entschieden haben, bietet sich nun die Fähre nach Sougia an, um von dort auf einer Halbtagestour über den bezaubernden Küstenweg zurück nach Paleochora zu wandern. Ein besonderes Erlebnis ist aber auch ein Küstenspaziergang zum Strand von Anidri, von hier gibt es die Möglichkeit, durch die Schlucht von Anidri zu wandern.
Auf dem Weg nach Rethymnon bietet sich der Besuch einer Oliven-Farm an – verführerische Verkostung inklusive. Das Biolea Astrikas Estate beispielsweise liegt auf der Straße Kalimvariou-Panethimnos, die von Elafonisi nördlich in Richtung Kamisiana führt. Macht euch nach einer interessanten Pause auf der Farm – bei der ihr nicht nur Wissenswertes über die Herstellung von Bio-Olivenöl erfahrt, sondern mit allen Sinnen der kretischen Olive auf die Spur kommt – auf den Weg nach Rethymnon, dem vorletzten Ziel der Rundreise durch den Westen von Kreta. Die Straße führt vorbei an der Hafenstadt Chania meist küstennah gen Osten. Das bunte Rethymnon zeugt noch heute von seiner bewegten Geschichte geprägt von römischen, griechischen, türkischen und sogar russischen Herrschaften.
Die aus der Zeit der venezianischen Besetzung stammende beeindruckende Festungsanlage erhebt sich aus der Altstadt und will besichtigt werden. Zudem gilt der Strand von Rethymnon als einer der schönsten von ganz Kreta. Während ihr im Anschluss an Sightseeing und Badespaß in der heimeligen Altstadt noch eine Kaffeepause einlegt, könnt ihr euch langsam aber sicher schon einmal auf euer letztes Ziel Heraklion einstellen.
von Nele Hanke