
Da die öffentlichen Verkehrsmittel nicht ideal für eine Erkundung der Insel sind, ist ein Mietauto eine einfache und flexiblere Möglichkeit. Es kann bequem am Flughafen Pico (PIX) in Empfang genommen werden. Dieser befindet sich knapp zehn Kilometer östlich der Inselhauptstadt Madalena, die über die ER1 mit dem Airport verbunden ist. Am Flughafen haben Reisende die Wahl zwischen mehreren Autovermietungen. Vergleichen Sie am besten noch vor der Anreise die Preise der verschiedenen Anbieter und buchen Sie Ihren Mietwagen für Pico vorab.
Aufgrund der schmalen Straßen und Serpentinen ist vorausschauendes Fahren unverzichtbar. Eine Vollkaskoversicherung beim Autovermieter ist daher nicht nur für ungeübte Fahrer empfehlenswert. Zu beachten sind des Weiteren vereinzelte Tiere auf den Straßen, die insbesondere beim oft aufkommenden Nebel schlecht zu erkennen sind – also Vorsicht! Die beiden wichtigsten Hauptverkehrsstraßen sind die ER1, welche die Insel entlang der Küste einmal umrundet, sowie die EN2, die von Nord nach Süd über die Insel verläuft. Eine Maut wird nicht erhoben.
Auf einigen Straßen der Insel herrscht eine Nulltoleranzpolitik: Daher sollten Autofahrer besonders Acht geben, wenn sie Schilder mit der Aufschrift tolerância zero sehen. Wie in Deutschland herrscht Rechtsverkehr und der hiesige Führerschein ist ebenso gültig. Das Mindestalter für Mietautos liegt derweil je nach Anbieter zwischen 21 und 25 Jahren. Die Höchstgeschwindigkeit in geschlossenen Orten beträgt 50 km/h sowie 90 km/h außerhalb von Ortschaften. Zudem ist die Benutzung eines Handys am Steuer auf den gesamten Azoren verboten.
Inselhopping, das heißt Reisen von einer Insel zur anderen, ist auf den Azoren mit Fähren problemlos möglich. So gibt es von Pico Anschlüsse zu den Nachbarinseln Faial und São Jorge, die über den Anbieter Atlanticoline mehrmals wöchentlich angeboten werden. Bei der Planung der Reise gilt es zu beachten, dass Mietwagen auf den Schiffen oft nicht mitgenommen werden dürfen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Mietbedingungen Ihres Vermieters.
Der Weichkäse Quejido do Pico, Fruchtliköre, in Wein geschmorter Tintenfisch – die Liste lässt sich ewig fortsetzen. Pico verfügt über eine ausgeprägte Ess- und Trinkkultur, die weit über die Insel hinaus bekannt ist. So ließen sich schon russische Zaren im 19. Jahrhundert den hier hergestellten Wein bis nach Sankt Petersburg liefern. Passionierte Weintrinker sollten der Straße ER1 die Küste entlang folgen, an der zahlreiche Adegas verstreut sind. In diesen gibt es Rotwein, Weißwein, Rosé und Branntweine. Zu bekannten Spezialitäten zählen zudem Angelica, ein Likör aus Weintrauben, oder Spirituosen wie das Feuerwasser.
Die Lavafelder Mistérios de São João e Silveira scheinen wie aus einer anderen Welt. Im 18. Jahrhundert flossen an dieser Stelle Lavaströme aus der Erde. Da die Einheimischen keine Erklärung dafür fanden, tauften sie die Lavafelder schlicht Mistérios, zu Deutsch Geheimnisse. Jetzt ist die Anlage ein Park, wo zinnoberrote Pfade an hochgewachsenen Kiefern, Sträuchern und Spielplätzen vorbeiführen.
Wer mit einem Mietwagen auf der ER1 unterwegs ist, kommt darüber hinaus an der Küstenstadt Lajes do Pico vorbei, die ein Walfangmuseum beherbergt. Das Besondere hieran: Es bildet die Geschichte des Walfangs in Pico ab, ebenfalls gibt es einmalige Kunstwerke aus Walzähnen, -knochen und mehr. Die Jagd auf die riesigen Säuger haben die Bewohner zwar bereits vor Jahrzehnten eingestellt, dafür bieten sie heute Bootstouren mit Beobachtungen aus nächster Nähe.