Roadtrip

Ihr wollt eine der schönsten Routen der Welt oder euer Urlaubsland auf einer ausgiebigen Rundreise erkunden? Dann solltet ihr euch vor Beginn der Reise ein paar Gedanken machen. Denn jede noch so schöne oder spektakuläre Route kann zum grandiosen Fiasko werden, wenn die Vorbereitung nicht stimmt. Damit ihr euren Roadtrip in vollen Zügen genießen könnt, haben wir zehn unverzichtbare Tipps für euch.
Wollt ihr auf der Route 66 durch die USA cruisen oder das australische Outback erkunden, stellt sich die Frage meist nicht, doch bei Reisen innerhalb Europas wirkt die Fahrt mit dem eigenen Auto zum Zielort auf viele zunächst verlockend. Immerhin wird viel Geld für die Flugtickets und den Mietwagen gespart, wenn nur die Spritkosten zu Buche schlagen.
Doch Vorsicht: Das ist meist eine Milchmädchenrechnung. Denn neben den offensichtlichen Posten wie Kraftstoff und Mautgebühren gehen Tausende Kilometer lange Touren eurem Wagen gehörig auf die Substanz. Verschleißteile werden extrem beansprucht und mit jedem gefahrenen Kilometer sinkt auch der Wert eures Autos. Inklusive Kraftstoff kommt der ADAC dabei auf Kosten von circa 40 bis 60 Cent pro Kilometer, die ihr auf die Rechnung aufschlagen müsst.
Es klingt total banal, doch von der Frage, wie ihr übernachten wollt, hängt sowohl die Wahl des Fahrzeugs als auch des Reiselands ab! Sucht daher vorab nach geeigneten Hotels oder Unterkünften für eure geplanten Stopps. Denn nicht überall dürft ihr einfach eure Zelte aufschlagen oder im Fahrzeug schlafen. Die Regelungen sind von Land zu Land verschieden und häufig etwas undurchsichtig. Komplett frei steht Urlaubern die Wahl des Schlafplatzes in Europa fast nirgendwo mehr. Zudem gibt es Unterschiede, ob ihr mit eurem Fahrzeug nur eine Nacht irgendwo steht oder mehrere Tage dort kampiert.
Nachdem ihr geklärt habt, wo und vor allem wie ihr übernachten wollt, solltet ihr genau überlegen, welches Auto für eure Pläne das richtige ist. Wollt ihr nur Tagesausflüge unternehmen oder von Hotel zu Hotel fahren, dann reicht es auch aus, einen Kleinwagen zu mieten. Je nach Gepäckmenge könnt ihr auch problemlos ein Cabrio mieten: Hier sind die besten Tipps rund ums Oben-ohne-Fahren. Habt ihr jedoch viel Gepäck oder seid drei oder mehr Personen, bietet sich mindestens ein Kombi der Kompaktklasse (beispielsweise Ford Focus oder VW Golf) oder ein mittelgroßes SUV wie Nissan Qashqai oder Ford Kuga an. Auch Camper sollten auf ausreichend Stauraum für Zelte, Schlafsäcke und ähnliches achten. Wollt ihr im Wagen schlafen, ist meist ein Mittelklassewagen oder ein Kleinbus die beste Wahl, damit ihr hinten bequem liegen und vorne das ganze Gepäck verstauen könnt.
Achtet bei eurer Wahl auf einen Kombi, bei dem sich die Rücksitzbank zu einer ebenen Ladefläche umklappen lässt. Denn nichts ist unangenehmer, als die ganze Nacht eine Kante im Kreuz zu spüren. Zudem sollte zwischen Kofferraum und Rücksitz(lehne) keine größere Lücke sein. Bestens geeignet sind unter anderem der Ford Mondeo Turnier (’13) oder der Hyundai Grand Santa Fe. Könnt ihr kein konkretes Modell reservieren, hinterlegt einen Fahrzeugwunsch bereits bei der Buchung und fragt telefonisch oder am Schalter bei der Abholung nach.
Wollt ihr mit einem Mietwagen auf große Fahrt durch mehrere Länder gehen, solltet ihr die Mietbedingungen der Anbieter vorher prüfen. Denn nicht jeder erlaubt, dass die Leihfahrzeuge auch im Ausland benutzt werden. Innerhalb der EU solltet ihr mit den meisten Fahrzeugen keinerlei Probleme haben. Nur besonders teure Autos – wie Sportwagen oder Luxuslimousinen – unterliegen oft Beschränkungen. Diese beziehen sich meist auf Osteuropa. In den USA sind Fahrten nach Mexiko fast immer ausgeschlossen oder erfordern eine Zusatzversicherung. Ignoriert ihr diese Verbote, kann es schnell teuer werden. Ihr verliert nämlich nicht nur jeglichen Versicherungsschutz, sondern der Anbieter darf euren Mietvertrag dann auch fristlos kündigen, den Wagen vor Ort einziehen und die Kaution als Schadensersatz einbehalten. Fragt also besser vorher beim Vermieter nach, auch wenn ihr nur sehr kurze Auslandsaufenthalte plant. Das kann zum Beispiel sein, wenn ihr auf eurer Andalusien-Rundreise auch Gibraltar besuchen wollt, oder beim Urlaub an der Côte d’Azur in Frankreich einen Tagesausflug ins italienische San Remo plant.
Achtet bei der Buchung eines Mietwagens unbedingt auf die Freikilometer, die im Angebot bereits enthalten sind. Während bei einem Pauschalurlaub mit festem Hotel 400 bis 750 Kilometer mehr als genug für Ausflüge in die Region sind, bekommt ihr bei längeren Roadtrips hier deutlich mehr zusammen. Allein die Tour von San Francisco nach Los Angeles beträgt schon 730 Kilometer. Auf einer Rundreise zu den größten Städten Andalusiens müsst ihr bereits 1.014 Kilometer zurücklegen und wer eine Tour rund um Island plant, hat eine 1.300 Kilometer lange Fahrt vor sich. Wer hier mit Kilometerlimit losfährt, muss schnell horrende Zusatzgebühren fürchten. Jeden Kilometer, den ihr über das Limit hinaus fahrt, berechnen euch die Anbieter mit stolzen 40 bis 50 Cent. Bei 600 Freikilometern und einer Route von 1.300 Kilometern kommen bereits Kosten von 280 bis 350 Euro auf euch zu!
Prüft vorab, wie hoch die Spritkosten in eurem Zielland sind, dann spart ihr euch das Rechnen und die Überraschung an der Tankstelle vor Ort. Zusätzlich gilt es zu beachten, dass Diesel-Mietwagen vielerorts bereits als Exoten gelten, in den USA ist ein Leihfahrzeug mit Dieselantrieb beispielsweisewie kaum mehr zu bekommen. Damit einher geht ebenfalls, dass die Verfügbarkeit von Diesel an Tankstellen möglicherwiese eingeschränkt ist. Überlegt euch daher vorab, ob ihr die Option "Diesel" bei der Mietwagenbuchung wirklich benötigt.
Habt ihr die Wahl des perfekten Mietwagens für euren Roadtrip geschafft, solltet ihr als nächstes die Verkehrsregeln studieren. Achtet bei langen Touren über Landesgrenzen hinweg darauf, dass ihr euch mit allen Regeln vertraut macht. Wichtige Fragen, die zu klären wären, sind:
Die meisten dieser Informationen findet ihr auf den Mietwagenseiten von CHECK24 zu den einzelnen Ländern, etwa für Italien, Spanien oder die USA.
Vergesst vor Reiseantritt nicht zu prüfen, ob ihr einen Internationalen Führerschein benötigt, den ihr bei der örtlichen Führerscheinstelle und den Straßenverkehrsämtern für 15 bis 20 Euro beantragen könnt. In den meisten europäischen Ländern reicht eure deutsche Fahrerlaubnis. In einigen wenigen Ländern wie Albanien, Moldawien, Russland und der Ukraine wird jedoch das zusätzliche Mitführen eines Internationalen Führerscheins empfohlen. Dieser ist übrigens generell nur ein Zusatzdokument und nur in Verbindung mit eurer nationalen Fahrerlaubnis gültig. In den USA akzeptieren einige Bundesstaaten den EU-Führerschein, andere nicht (etwa Georgia). Erforderlich ist die Internationale Fahrerlaubnis in Australien, Neuseeland, Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika sowie auf einigen Karibikinseln wie Barbados.
Sind alle Formalitäten erledigt, geht’s ans Packen. Denkt dabei jedoch zuerst an euer Gefährt! Was benötigt ihr auf eurer Reise, um den Mietwagen oder das eigene Auto zum gemütlichen Schlafwagen umzufunktionieren? Eine Matte oder dicke Decke eignet sich hervorragend, um die Liegefläche im Wagen zu polstern. Außerdem könnt ihr diese auch gleich für ein Picknick nutzen. Da es in vielen Ländern nachts empfindlich kalt werden kann, denkt unbedingt an einen gut isolierten Thermo-Schlafsack. Damit euer Wagen tagsüber von der Sonne nicht in einen Backofen verwandelt wird, empfehlen sich Sonnenblenden oder ein Überzug, der die Scheiben verdeckt. Nachts könnt ihr damit auch für etwas Privatsphäre sorgen. Wenn ihr im Auto Licht, Radio oder Klimaanlage verwendet, solltet ihr für alle Fälle eine Ersatzbatterie einpacken oder zumindest Überbrückungskabel zur Starthilfe dabei haben.
Damit ihr eine gute Zeit beim Roadtrip habt, braucht ihr das richtige Equipment. Sehr nützlich ist zum Beispiel ein Stromadapter für den Zigarettenanzünder. Nutzt diesen jedoch möglichst nur während der Fahrt, damit euch nicht tatsächlich mitten im Nirgendwo der Saft ausgeht und der Wagen nicht mehr startet. Damit ihr euch auch im Dunkeln im und ums Auto zurechtfindet, sind Stirnlampen Gold wert. Wer auf eine ständige Verbindung in die Außenwelt nicht verzichten will, kann einen WLAN-Hotspot. Diesen müsst ihr nur mit einer (im Idealfall nationalen) SIM-Karte füttern und die Internetverbindung per WLAN mit allen Mitfahrenden teilen.
Weitere nützliche Dinge im Reisegepäck:
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