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Transponder, Bargeld oder Vignette –
Mautregeln in beliebten Mietwagenländern

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Wenn ihr mit dem Auto in den Urlaub fahrt, muss neben den Treibstoff- und Abnutzungskosten oft noch ein weiterer Faktor zum Reisebudget hinzugerechnet werden: die Maut. In vielen Mietwagen ist ein System zur automatischen Erfassung der Straßennutzungsgebühren schon vorinstalliert, dennoch solltet ihr euch am besten bereits bei der Buchung bei dem Vermieter darüber informieren. Seid ihr mit dem eigenen Pkw unterwegs, liegt die Verantwortung komplett bei euch – und Unwissenheit schützt nicht vor Straf- beziehungsweise Bußgeldern! Wir geben euch einen Überblick über die Mautregelungen in den zehn beliebtesten Mietwagenländern.


Maut - moderner Wegzoll
In Deutschland ist die Benutzung der Autobahnen für Pkw gebührenfrei. In vielen anderen Staaten, darunter zahlreichen beliebten Reiseländern, ist dies jedoch nicht der Fall. Dort wird beim Befahren des Schnellstraßensystems häufig eine Gebühr erhoben, deren Höhe sich meist nach der zurückgelegten Strecke sowie dem Fahrzeugtyp richtet. So wird beispielsweise die Instandhaltung der Autobahnen finanziert. Wer sich im Ausland einen Mietwagen nimmt, sollte mit der örtlichen Mautregelung vertraut sein.
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USA

Die große Freiheit – gegen Gebühr
Mietwagen: Auto auf Kuestenstraße - Ford Mustang - Kalifornien

Ein Roadtrip durch Kalifornien, eine Tour entlang der klassischen Route 66 oder eine Abenteuertour zum Grand Canyon: Die USA haben einige der schönsten Mietwagenrouten der Welt zu bieten und sind durch die meist großen Entfernungen eines der beliebtesten Länder für Mietwagenbuchungen. Dabei macht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten allerdings auch beim Thema Maut (auf Englisch „toll“) seinem Spitznamen alle Ehre: Die Regelungen und Preise sind in jedem Bundesstaat unterschiedlich. Knapp die Hälfte von ihnen erhebt zumindest für einzelne Streckenabschnitte eine Gebühr. Die meisten der großen Mietwagenanbieter haben für ihre Fahrzeuge ein automatisches Mauterfassungssystem, das die Mieter gegen Gebühren entweder optional oder automatisch nutzen. Andernfalls wird entweder beim Auffahren oder Abfahren von der Autobahn an Mautstationen gezahlt.

  • Florida: Mit dem Transpondersystem SunPass bekommt ihr nicht nur Rabatt auf die Mautgebühr, sondern profitiert auch von den Express-Spuren an den Mautkontrollstellen.
  • Kalifornien: Im Golden State erfolgt die Mauterhebung über das System FasTrack, für das ihr euch online registrieren müsst, sofern kein Transponder im Mietwagen vorinstalliert ist.
  • Brücken: Auf dem Land kann es passieren, dass auf privatem Grund liegende Brücken oder Straßenabschnitte nur gegen Gebühr genutzt werden dürfen. Die Golden Gate Bridge in San Francisco kostet bei Überquerung acht US-Dollar – allerdings nur stadteinwärts!
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Portugal

Konventionell oder elektronisch?
Portugal: Lissabon - Ausblick

Die meisten Autobahnen in dem beliebten Reiseland am Atlantik sind mautpflichtig, darunter wichtige Strecken wie die küstennahen Verbindungen zwischen Porto und Lissabon über Aveiro und Coimbra. Gezahlt wird je nach Strecke entweder per Ticketsystem, bei dem ähnlich wie in einem Parkhaus beim Auffahren auf die Autobahn ein Schein gezogen und dieser beim Verlassen entwertet wird, oder ausschließlich elektronisch („electronic toll only“) mit einem Transpondersystem. Dabei habt ihr die Wahl zwischen dem Easytoll, das sich besonders für kürzere Aufenthaltsdauern bis 30 Tage eignet, der für ein Jahr gültigen Tollcard und dem Via-Verde-Programm. Darüber hinaus gibt es das Prepaid-System Tollservice, mit dem ihr die fällige Maut vorab begleicht.


Tipp
Mit einem Transponder des Via-Verde-Programms könnt ihr nicht nur die elektronische Maut bezahlen, er funktioniert auch auf konventionellen Mautstrecken. Deshalb ist er auch in vielen portugiesischen Mietwagen verbaut, die Kosten werden dem Nutzer dann vom Mietwagenanbieter in Rechnung gestellt.
03

Spanien

Auf staatlichen Straßen gratis
Spanien: Costa del Sol - Malaga - Straße-Sonnenuntergang

In Spanien gibt es neben dem öffentlich betriebenen Autobahnnetz auch eines in privater Hand. Während die staatlichen Autovias gratis genutzt werden können, werden für die privaten Autopistas Gebühren fällig. Deren Höhe kann je nach Tageszeit, Kalenderwoche oder an Feiertagen variieren, auf den meisten Maut-Autobahnen richtet sie sich aber nach der zurückgelegten Strecke. Zwischen Barcelona und Valencia über die AP 7 kostet die einfache Fahrt beispielsweise rund 40 Euro. Gezahlt wird per Ticket, das beim Auffahren auf die Autopista gezogen und beim Verlassen in Bar oder per Kreditkarte beglichen wird. Alternativ lohnt sich für Vielfahrer das Transpondersystem bip&go, das grenzübergreifend auch in Frankreich genutzt werden kann.


Hinweis
Die Fahrzeugklassen werden in Spanien in „Ligeros“ und „Pesados“ unterteilt, für die unterschiedliche Mautgebühren anfallen. Mit dem privaten Pkw oder Mietwagen reisende Urlauber fallen in den meisten Fällen unter die günstigeren Ligeros, nur Wohnmobile mit Zwillingsreifen müssen mit höheren Kosten rechnen.
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Irland

Mini-Maut auf der Grünen Insel
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In Irland kostet die Nutzung der meisten wichtigen Autobahnen, die größere Städte verbinden, streckenweise eine Mautgebühr. Auch Brücken und Tunnel sind teilweise nur gebührenpflichtig befahrbar. Die Preise sind allerdings sehr moderat, so kostet der Teilabschnitt der M3 zwischen Clonee und Dunshaughlin gerade einmal 1,40 Euro. Auf der Autobahn M 50 rund um Dublin wird die Maut automatisch per Kennzeichenerkennung erhoben. Ist euer Kfz nicht registriert, müsst ihr die Gebühr bis spätestens 20 Uhr des Folgetages an einer offiziellen Zahlstelle begleichen, die mit „Payzone“ gekennzeichnet ist. Alternativ funktioniert das Bezahlen auch online oder per Telefon.

Mautpflichtige Tunnel in Irland:

  • Limerick Tunnel: 1,90 Euro pro Pkw
  • Dublin Port Tunnel: regulär 3 Euro pro Pkw, zu Stoßzeiten unter der Woche 10 Euro
05

Kuba

Über den Damm – mit Maut
Kuba - Havanna - Strand - Auto - Oldtimer - Strand

Das karibische Flair Kubas mit dem Mietwagen zu erkunden, ist der Traum vieler Autofans. Beim Bewundern der zahlreichen Oldtimer auf den Inselstraßen müsst ihr allerdings auch ein Auge auf Mautgebühren haben, die auf einigen Strecken fällig werden. So kostet die Überfahrt des 17 Kilometer langen Damms, der Kubas Hauptinsel mit dem kleinen Eiland Cayo Coco verbindet, pro Person zwei Peso convertible (CUC, umgerechnet circa 1,80 Euro). Außerdem müsst ihr euch dort mit eurem Reisepass ausweisen. Auch die Autobahn zur beliebten Stadt Varadero an der Nordostküste Kubas ist mit einer Maut belegt. Die „Via Blanca“ führt von Cardenas im Osten und Matanzas im Westen gabelförmig auf die gleichnamige Halbinsel Varadero und kostet pro Fahrzeug 2 CUC, die vor dem Erreichen der Stadt in bar zu bezahlen sind.


Tipp
Außerhalb der Autobahnen sind die Straßen auf Kuba oft schlecht instandgehalten und haben viele Schäden und Schlaglöcher; fahrt auf diesen Strecken entsprechend vorausschauend und vorsichtig!
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Italien

Ein Stiefel, viele Möglichkeiten
Italien: Gardasee - Straße

In Italien sind viele Autobahnen mit einer Maut belegt, die in diesem Land sehr unterschiedlich berechnet wird. Zunächst müsst ihr eure Fahrzeugkategorie wissen, die sich zum einen nach der Anzahl der Achsen und zum anderen nach der Höhe des Fahrzeugs richtet. Für Kurzzeiturlauber eignet sich am besten das Ticketsystem, das je nach Strecke als offen oder geschlossen deklariert wird. Im geschlossenen System erfolgt das Ziehen einer Marke beim Befahren der Autobahn und deren Begleichung in bar, per Giro- oder Kreditkarte an einer Mautstation beim Verlassen. Auf offen bemauteten Strecken, wie beispielsweise zwischen Neapel und Salerno, wird eine Pauschale fällig. Alternativ gibt es die Mautbox „Telepass“, welche ihr euch vor dem Italien-Urlaub online bestellen und liefern lassen könnt. Sie deckt neben den automatischen Mauterfassungen auch eine Fährstrecke nach Sizilien ab und befugt zum Nutzen der gelben „Telepass“-Spuren.


Hinweis
Richtig flexibel seid ihr mit der Viacard, einer Guthabenkarte, die ihr vor dem Bezahlen aufladen müsst und alternativ zu anderen Kartenzahlungsmitteln an den Mautstationen benutzen könnt. Sie ist – mit Ausnahme einiger Stationen auf Sizilien – in ganz Italien gültig und hat weder ein Ablaufdatum, noch eine Personalisierung auf einen bestimmten Fahrer oder ein Fahrzeug.
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Südafrika

Schlaglochfreiheit gegen Gebühr
Südafrika: Kapstadt - Chapmans Peak Drive

Südafrika ist durch seine Weite und die herrlichen Landschaften entlang der Straßen das perfekte Land für einen Roadtrip mit dem Mietwagen! Aber auch dort gibt es Wegstrecken, die ihr nur gegen Zahlung einer Maut benutzen dürft. Hierbei handelt es sich um Abschnitte von Nationalstraßen, die dank der Gebühren in einem guten Zustand gehalten werden. Zwar lassen sich alle kostenpflichtigen Abschnitte umfahren, doch sind die Alternativstrecken mitunter so schlecht instandgehalten, dass ihr Schäden am Mietwagen riskiert. Wie viel Maut auf den gebührenpflichtigen Nationalstraßen fällig wird, unterscheidet sich innerhalb der südafrikanischen Bundesländer und hängt vom Fahrzeugtyp sowie der zurückgelegten Strecke ab. Mautstationen findet ihr an den Zu- sowie Abfahrtsstellen und mit Bargeld kommt ihr überall zurecht, während Kartenzahlung nicht immer akzeptiert wird.


Gut zu wissen
In Mietwagen sind meist Transponder angebracht, die auf bestimmten Strecken die Maut automatisch berechnen. Jedoch sind nicht alle Mautstraßen mit dem Transponder kompatibel. Erkundigt euch am besten bei eurem Vermieter bei der Abholung des Mietwagens.
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Kanada

Über sieben Brücken…
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Im liberalen Kanada ist die Mautpflicht nicht flächendeckend verbreitet, einzelne Wegstrecken kosten jedoch eine Gebühr. So müsst ihr beim Befahren des Coquihalla Highways ab Merritt auf den Abschnitten bis Kamloops im Norden und bis Hope im Süden Maut bezahlen. Auch der Highway 407 nahe Toronto ist gebührenpflichtig, hier wird mit einer Kennzeichenerkennung und anschließender Abrechnung über die Kreditkarte gearbeitet. Mietwagen sind oft mit Transpondern ausgerüstet. Während die meisten öffentlichen Straßen Kanadas gratis befahren werden können, sieht das Bild bei den Brücken anders aus: Diese kosten häufig eine Nutzungsgebühr.

Beispiele mautpflichtiger Brücken in Kanada

  • Blue Water Bridge: in Richtung Westen 2,25 bis 2,50 kanadische Dollar (CAD), in Richtung Osten 1,75 bis 2 CAD
  • Golden Ears Bridge: zwischen 1,50 und rund 10 CAD je nach Fahrzeugtyp
  • Confederation Bridge: nur bei Überquerung in Richtung Festland, 46,50 CAD pro Fahrzeug
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Australien

Maut nur in Metropolregionen
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Mit dem Mietwagen in Australien die faszinierende Wildnis erkunden und malerische Küstenstraßen oder faszinierende Metropolen entdecken – ein Traum! Gute Nachrichten für alle mit Down-Under-Sehnsucht: Auf den meisten Strecken des fünften Kontinents könnt ihr gebührenfrei cruisen. Obacht heißt es allerdings in den Ballungsräumen um die Großstädte Brisbane, Melbourne und Sydney, denn dort begegnen euch Motorways mit Maut. Hierfür ist eine Online-Registrierung notwendig, stationäre Mautstellen direkt an der Strecke gibt es nicht. Solltet ihr von dem Auftauchen einer „Toll Road“ überrascht werden, ist das auch kein Drama, denn die Registrierung ist auch innerhalb von 24 Stunden nach der Straßennutzung noch bußgeldfrei möglich.


Achtung
Die drei australischen Metropolen mit Mautstraßen liegen in den Bundesstaaten New South Wales, Queensland und Victoria. Für jedes Bundesland ist eine eigene Online-Registrierung nötig.
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Türkei

Ausschließlich elektronisch
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Wer sich mit dem Mietwagen oder eigenen Pkw auf türkischen Autobahnen bewegt, muss auf allen Strecken Maut zahlen. Diese kann ausschließlich auf elektronischem Wege beglichen werden, wofür zwei verschiedene Erfassungssysteme zur Verfügung stehen. Während das „Otomatik Gecis Sistemi“ (OGS) nur mit einem türkischen Bankkonto verknüpft werden kann und vorrangig von Einheimischen genutzt wird, ist das „Hizli Gecis Sistemi“ (HGS) auch für Urlauber aus dem Ausland geeignet. Es ist als Klebestreifen oder Karte erhältlich, die mit einem Guthaben aufgeladen hinter der Frontscheibe angebracht werden. Die gekennzeichneten Mautstellen dürft ihr nur mit maximal 30 Stundenkilometern passieren, dabei wird der fällige Betrag automatisch abgebucht. In Mietwagen ist in den meisten Fällen eines der beiden Systeme vorinstalliert; erkundigt euch einfach bei der Abholung beim Vermieter.


Tipp
Wollt ihr mit dem Wagen die Bosporusbrücke überqueren, wird eine separate Mautgebühr fällig, die ebenfalls über das von euch genutzte elektronische System eingezogen wird – allerdings nur von Europa in Richtung Asien, der Rückweg ist gebührenfrei.

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Über den Autor

Susan Oehler

Zwar saß ich erst mit Mitte 20 zum ersten Mal in einem Flugzeug, habe seitdem aber fleißig aufgeholt. Dabei sind spannende Städtetrips meine große Leidenschaft: Von London über Madrid bis Lissabon durfte ich schon viele tolle Metropolen erkunden. Außerdem begeistern mich tropische Strände und Inseln ebenso wie abwechslungsreiche Landschaften, in denen die Natur das Sagen hat. Hier bei CHECK24 verrate ich euch als Online-Redakteurin gern meine besten Tipps zum Schauen, Staunen und Entdecken an den schönsten Orten der Welt sowie weitere Infos rund um die Themen Flug, Reisen, Mietwagen und Hotel.