
Auf Gozo gibt es keinen Flughafen. Wer auf die kleine Insel gelangen möchte, muss also über die Hauptinsel anreisen. Der komfortabelste Weg ist ein Flug in die Landeshauptstadt Valletta. Etwa acht Kilometer südlich der Stadt befindet sich der Malta International Airport (MLA). Zahlreiche Autovermietungen befinden sich in der Ankunftshalle. Aufgrund des auf Malta geltenden Linksverkehrs empfehlen wir die Anmietung eines Mietwagens mit Automatik.
Außerhalb von Ortschaften sind die Straßen auf Gozo Schnellstraßen, die in einem guten Zustand sind, wobei die Landschaft oft sehr hügelig ist. Autobahnen gibt es auf der kleinen Insel nicht. Die Routen nach Victoria sind jedoch gut ausgeschildert. Aufmerksamkeit ist insbesondere bei den vielen Kreisverkehren geboten, die auf der gesamten Insel häufig vorkommen. Auf Gozo wird keine Maut erhoben.
Trotz der 1964 erreichten maltesischen Unabhängigkeit von England herrscht auf der Insel immer noch Linksverkehr. Entsprechend wird rechts überholt, jedoch gilt hier ebenfalls die Regel rechts vor links. Die Kreisverkehre werden dementsprechend im Uhrzeigersinn befahren. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen liegen innerorts bei 50 km/h sowie außerorts bei 80 km/h. Die Alkoholgrenze beträgt 0,8 Promille, wobei bei hoher Überschreitung sogar eine Haft von bis zu sechs Monaten droht.
Mit dem Leihwagen können Touristen über die Autofähre nach Gozo gelangen. Die Gozo Channel Line gewährleistet tagsüber eine Verbindung im 45-Minuten-Takt. Die Überfahrt von Cirkewwa nach Mgarr dauert eine knappe halbe Stunde. Es besteht aber auch die Möglichkeit, am Hafen von Gozo selbst einen Leihwagen zu mieten, da verschiedene Autovermieter ihre Niederlassungen direkt am Pier haben.
Als Startpunkt für eine Erkundungstour über Gozo empfiehlt sich die Inselhauptstadt Victoria. Das Herz Rabats, wie Victoria auch genannt wird, ist ohne Frage die Zitadelle aus dem Bronze-Zeitalter. Rund 1.500 Jahre vor Christus wurde sie auf einem Felsen nördlich des Stadtzentrums befestigt und in den Jahrtausenden immer wieder umgebaut und für verschiedene Zwecke genutzt. Heute befinden sich die Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale und der Bischofsplatz in der Anlage. Von oben haben Besucher einen fantastischen Blick über die gesamte Insel. Im Keller der Zitadelle steht Interessierten ein Informationszentrum offen. Darüber hinaus ist ein Besuch des Marktplatzes von Victoria oder des Parks Villa Rundle Garden empfehlenswert.
Wer auf Gozo flexibel mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte in die kleinen Fischerdörfer an der Küste fahren. Eine Besonderheit ist ein Ausflug nach Xlendi: Rund drei Kilometer von der Hauptstadt entfernt, befindet sich der gemütliche Ort in einer fjordähnlichen Bucht und ist besonders bei Sporttauchern beliebt. Auf der nördlichen Seite der Bucht versteckt sich die Caroline Cave, eine kleine Felshöhle, die zum Entspannen einlädt. Ähnlich präsentiert sich auch das Dorf Marsalforn an der Nordküste der Insel, das als beliebtester Badeort Gozos gilt.
Kultur- und Geschichtsinteressierte sollten sich zu einem der megalithischen Tempel begeben. Bereits 1980 wurde der Ġgantija-Tempel von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist sogar älter als das 5.000 Jahre alte Stonehenge. Gegen eine kleine Gebühr können Touristen über die handwerklichen Fähigkeiten längst vergangener Generationen staunen. Bei einer Rundreise über Gozo durfte bis März 2017 natürlich das Felsentor Blaues Fenster nicht fehlen. Es war die absolute Hauptattraktion der Insel, jedoch stürzte das imposante Naturwerk während eines Sturms vollständig ein. Dennoch lohnt sich auch heute noch ein Ausflug an die Westseite: Romantische Sonnenuntergänge und ein Blick aufs kristallklare Meer machen den Ort noch immer besonders.