
Die italienische Region Apulien bietet mit gleich fünf verschiedenen Flughäfen diverse unterschiedliche Startpunkte für eine Rundreise mit dem Mietwagen. Während in Foggia (FOG) und Taranto (TAR) nur Inlands-Flüge landen, wird der Flughafen Bari (BRI) und der Flughafen Brindisi (BDS) auch von internationalen Fluggesellschaften bedient. Mit seinen zahlreichen Autovermietungen bietet der Regionshauptstadt-Flughafen Bari die größte Auswahl an Leihwagen.
400 Kilometer Weg liegen vor Reisenden, die Apulien mit dem Mietwagen von der Halbinsel Gargano bis an die Südspitze des Salentos durchqueren möchten. Die Autobahn A14 "Adriatica" verbindet die norditalienische Region Emilia-Romagna einmal entlang der Adria Küste mit Apuliens Hauptstadt Bari. Eine Maut wird fällig und kann sowohl per Kreditkarte als auch bar an den Mautstellen verrichtet werden. Wer lieber gebührenfrei reisen möchte und zudem etwas mehr Zeit im Gepäck hat, der erreicht alle Städte in Apulien auch über kostenfreie Superstradas wie die SS16 oder die SS172.
Wer Apulien das erste Mal bereist, sollte beim Autofahren einige wichtige für uns ungewohnte Regeln beachten. Im Straßenverkehr erhalten Busse immer die Vorfahrt, geparkt wird nur auf schwarz-gelb markierten Bordsteinen und das Abblendlicht muss auch tagsüber auf Autobahnen und außerorts eingeschaltet bleiben. Die Höchstgeschwindigkeiten liegen innerorts bei 50 km/h, auf Landstraßen bei 90 km/h, auf Schnellstraßen bei 110 km/h sowie auf Autobahnen bei 130 km/h. Damit Mietwagenfahrer nicht überraschend ohne Benzin dastehen, sollte beachtet werden, dass Tankstellen, anders als in Deutschland, in Apulien an Sonntagen sowie täglich zur Mittagszeit geschlossen sind.
Die Rundreise durch Apulien beginnt in einem der schönsten Naturgebiete Italiens auf dem sogenannten Sporn des Stiefels von Italien. Geprägt von weißen Felsen, feinsandigen Stränden und dichten Wäldern schlägt das Herz von Naturfreunden auf der Halbinsel Gargano höher. Wanderer werfen im Gargano-Nationalpark einen Blick in das Naturkundebuch. Hier leben Garganische Rehböcke, unzählige Orchideen, nordische Baumarten und Podolica-Rinder Seite an Seite. Wer sich nach italienischen Begegnungen sehnt, den verschlägt es in das kulturelle Zentrum der Halbinsel. Mit ihrer malerischen Altstadt auf weißen Kalksteinklippen versetzt die Gemeinde Vieste bei einem Spaziergang durch die engen Gassen Besucher in das italienische Mittelalter. Mit dem Mietwagen entlang des türkisblauen Golfes von Manfredonia erreichen Reisende nach nur 180 Kilometern die Regionshauptstadt Bari.
Einst war die Haupt- und Hafenstadt das Tor zum Orient, heute verbindet Bari gekonnt Tradition und Moderne zwischen Altstadt und Neustadt. Inmitten der engen Gassen kneten italienische Mamas die köstlichen regionalen Orecchiette-Nudeln. Wem schon beim Anblick der handgemachten Pasta das Wasser im Mund zusammen läuft, der besucht schnellstens eine der vielen Osterias oder den kunterbunten Corso Mazzini Markt. Währenddessen halten Singles in der landestypischen Wallfahrtskirche San Nicola einen Plausch mit dem heiligen Nicolas. Nach einer alten Tradition wenden sich unverheiratete Damen seit Jahrhunderten auf der Suche nach dem richtigen Ehemann an den Heiligen. Wer die italienische Lust an Mode verspürt, den treibt es in die mondäne Via Sparano. Mitten im eleganten Murat-Viertel reihen sich Designerboutiquen an charmante kleine Läden und lassen das Shoppingherz höher schlagen.
Von Nord nach Süd durch Apulien führt die Reise mit dem Mietwagen in das 148 Kilometer entfernte Lecce. Bei der Anreise auf den Absatz des italienischen Stiefels über die Küstenstraße SS116 durchqueren Kulturliebhaber "die weiße Stadt" Ostuni, in der ausnahmslos alle Wohnhäuser in nur einer Farbe gestrichen sind. Verschachtelte Häuser und bepflanzte Bögen über den Gassen versprühen orientalisches Flair. Angekommen in der Hauptstadt des italienischen Barocks entdecken Besucher an jeder Ecke mit Tuffstein verzierte Gebäude und regionstypische spitz zulaufende Steinhäuser "Trulli". Während tagsüber das römische Amphitheater und das barocke Kunstwerk der Basilika Santa Croce nicht nur Architekturliebhaber begeistern, verwandelt sich am Abend der Piazzetta Santa Chiara in ein einziges Open-Air-Museum aus feiernden, lebenslustigen Süditalienern.