von Ronja Preißler
18. Juni 2021

von Ronja Preißler
18. Juni 2021
**Wildcampen mit dem Auto:
Der Roadtrip beginnt, unentdeckte Routen warten, stellt sich nur noch die Frage: Wo dürft ihr überhaupt im Auto schlafen? Schließlich sorgt das sogenannte Wildcampen dafür, dass eure Rundreise zu einem ganz besonderen Erlebnis wird. Grenzenlose Unabhängigkeit, Sonnenaufgänge in schönster Natur und keine Menschenseele weit und breit – ist das wirklich so einfach? Wir verraten euch, welche Länder sich besonders gut für diese unabhängige Art des Reisens anbieten, welche Regeln es zu berücksichtigen gibt und haben hilfreiche Tipps vorbereitet.
Wildcampen – Was ist das eigentlich?
Grundsätzlich geht es beim Wildcampen darum,fernab von Campingplätzen in freier Natur seine Zelte aufzuschlagen, unter freiem Sternenhimmel zu schlafen oder sich mit dem Campervan genau dort für eine Nacht niederzulassen, wo es den Reisenden gerade am besten gefällt. Auch der Begriff Freistehen wird hierfür gerne verwendet, insbesondere in Zusammenhang mit einer Übernachtung im Auto. So romantisch die Vorstellung auch klingen mag, solltet ihr aber beachten, dass Wildcampen nicht immer ohne weiteres möglich und in vielen Ländern sogar verboten ist.

In Deutschland herrscht, was das Übernachten im Auto betrifft, eine rechtliche Grauzone.Grundsätzlich ist das Schlafen im Pkw laut Straßenverkehrsordnung (kurz StVO) gestattet, aber nur, damit ihr eure Fahrtüchtigkeit wiederherstellen könnt. Wenn ihr also das Gefühl habt, dass ihr zu müde zum Weiterfahren seid und euer Ziel noch zu weit weg ist, handelt ihr vor allem verantwortungsbewusst. Aber Achtung: Touristische Übernachtungen sind im öffentlichen Verkehrsraum grundsätzlich untersagt.
Nicht überall könnt ihr euer Auto einfach so abstellen und darin schlafen. So dürft ihr auf privaten Grundstücken nur mit Erlaubnis parken, auf kostenpflichtigen Parkplätzen ist auf ein Parkticket zu achten und in Halteverbotszonen das Abstellen gänzlich verboten. Wollt ihr mehrere Nächte am Stück im Auto an der gleichen Stelle übernachten, könnten sich eventuell Anwohner gestört fühlen. Von daher empfehlen wir euch, ein lauschiges Plätzen an ausgewiesenen Stellplätzen zu suchen. Aber Achtung: Auch mitten im Grünen solltet ihr euer Nachtlager nicht aufschlagen. Das Betreten und Verweilen in der Natur ist zwar erlaubt, übernachten könnt ihr hier allerdings nicht einfach so. Vor allem Naturschutzgebiete gelten als ausdrückliche Verbotszone. Darüber hinaus kann es regionale Unterschiede hinsichtlich der Regelungen geben. Informiert euch vor Reiseantritt lieber genau, wo das Freistehen möglich ist und wo nicht. Autobahn raststaetten oder Autohöfe mit ausgewiesenen Stellplätzen für Pkw hervorragend an, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Für eure Sicherheit solltet ihr aber darauf achten, dass das Auto abgeschlossen ist und die Wertsachen versteckt sind.
Inspiration für euren Roadtrip durch Deutschland gesucht? In diesen Bundesländern können wir einen Heimaturlaub besonders empfehlen:
(https://park4night.com/?langage=de): Einer der beliebtesten Stellplatzführer. Das Besondere: Hierbei handelt es sich um eine Open Map, die sowohl von Nutzern als auch Vermietern bedient werden kann. Das bedeutet, dass Nutzer selbst Stellplätze eintragen und ihre Erfahrungen teilen können. Zusätzlich werdet ihr über die örtlichen Gegebenheiten informiert.


Ob strahlende Côte d'Azur, romantische Provence oder Inseltraum Korsika – einen Roadtrip durch Frankreich könnt ihr ganz nach euren Bedürfnissen gestalten. Ob es ans Meer in die mondänen Küstenorte, in die malerische Landschaftsidylle voller Wein- und Lavendelfelder oder in kulturelle Zentren wie Paris oder Marseille gehen soll, bleibt ganz euch überlassen. Der passende Mietwagen bietet euch dafür die nötige Unabhängigkeit.
Beim Übernachten in Frankreich solltet ihr beachten, dass das Wildcampen in der freien Natur grundsätzlich verboten ist, außer ihr habt euch das Einverständnis des Besitzers eingeholt. Vor allem an öffentlichen Straßen, direkt am Meer oder vor Sehenswürdigkeiten solltet ihr euch besser nicht erwischen lassen. Die gute Nachricht ist aber: In Frankreich findet ihr ein weites Netz an ausgewiesenen Stellplätzen, wo ihr für maximal sieben Tage am Stück mit eurem Pkw oder Wohnmobil stehen dürft. Vorausgesetzt, ihr behindert dabei nicht die Sichtverhältnisse anderer Verkehrsteilnehmer. Das Aufstellen von Camping-Utensilien wie etwa Tischen und Stühlen ist allerdings verboten, sofern dies nicht explizit ausgewiesen ist.
In der Alpenrepublik ist der Name Programm: Begebt euch auf Wanderungen durch die herrlich alpine Landschaft und genießt schönste Bergluft, umgeben von sattgrünen Almwiesen – ganz egal, ob in Tirol, der Steiermark oder im Salzburger Land. Da es bis zu unserem südlichen Nachbarn auch nur gefühlt ein Katzensprung ist, bietet sich ein Urlaub mit dem Auto besonders gut an. Wenn ihr noch dazu plant, im Pkw zu schlafen, solltet ihr allerdings auch hier einiges berücksichtigen, denn die Bestimmungen variieren hier von Region zu Region. Wir zeigen euch, wo es am besten funktioniert**: Oberösterreich**: Übernachtungen oberhalb der Baumgrenze und außerhalb von Weidegebieten erlaubt
Hier ist das Wildcampen und Freistehen verboten:
Tirol


Wenn ihr die Brennerautobahn passiert und somit die Alpenrepublik hinter euch gelassen habt, schlägt sich allmählich das mediterrane Flair des Stiefellandes nieder. Während zunächst der allseits beliebte Gardasee an euch vorbeizieht, erwarten euch weiter südlich gelegen der Charme der Toskana, kulturelle Highlights in Rom und die sonnenverwöhnte Amalfiküste. Genug Anlaufpunkte für eine Rundreise mit dem Pkw habt ihr in Italien also allemal.
Dass ihr eine solche große Route durch Italien nur in mehreren Etappen schafft, steht außer Frage. Doch wie sieht es eigentlich mit Übernachtungen im Auto außerhalb von Campingplätzen aus? Wie in den meisten anderen Ländern Europas gilt auch hier: Wildcampen ist generell verboten, dennoch ist das Freistehen mit eurem Campingbus für maximal eine Nacht gestattet. Hierbei kann es allerdings in manchen Regionen und Gemeinden zu abweichenden Regelungen kommen. Wovon ihr unbedingt absehen solltet, ist das Parken direkt am Strand und in touristischen Zentren.



So spontan Übernachtungen an Ort und Stelle mit dem Auto erscheinen mögen, solltet ihr euch vorab um die richtige Reisevorbereitung kümmern. Schließlich kann es gut passieren, dass ihr euch mitten im Nirgendwo befindet, die Nächte kalt sind und das nächste Stadtzentrum einige Kilometer entfernt liegt. Deshalb haben wir euch eine Checkliste mit Dingen zusammengestellt, die ihr nicht vergessen solltet:
Schlafsack/Decke/Kissen

Egal, ob ihr allein an einem Stellplatz verweilt oder von anderen freistehenden Campern umgeben werdet – Rücksicht auf andere und vor allem auf die Umwelt ist die oberste Priorität beim Wildcampen. Besonders wichtig sind hierbei folgende Aspekte:
Keinen Müll hinterlassen