von Katrin Schwurack
01. September 2022

von Katrin Schwurack
01. September 2022
Ein eingeschlafener Fuß, müde Augen, die gleichen Songs im Radio und immer wieder "Wann sind wir da?" vom Rücksitz: So eine Fahrt in den Urlaub kann ganz schön nervenaufreibend sein. Zeit, das zu ändern! Damit die nächste Autofahrt in den Urlaub ein Kinderspiel wird, haben wir euch die schönsten Plätze für eine kleine Auszeit entlang der meist genutzten Autobahnen zusammengestellt – von Rastplätzen bis hin zu nahegelegenen Sehenswürdigkeiten.
Unter den rund 1.500 Autobahn-Rastplätzen in Deutschland gibt es einige fast idyllische Fleckchen zu entdecken. Und sind euch schon einmal die braun-weißen Hinweistafeln aufgefallen, die alle paar Kilometer am Fahrbahnrand stehen? Die mit den teils ziemlich lustigen Bildern drauf. Ob Rastplatz oder lieber etwas fürs Auge: Wir haben für euch einige Plätze rausgesucht, um bereits die Fahrt in den Urlaub zum Erlebnis zu machen.

Alle 50 bis 80 Kilometer lassen sich auf deutschen Autobahnen große Raststätten finden. In Hotels, Tankstellen oder zum Teil außergewöhnlichen Restaurants findet ihr dort alles, was man unterwegs brauchen könnte. Die schönsten Raststätten haben wir euch hier aufgelistet.
Was Raststätten allerdings oft nicht zu bieten haben, ist Ruhe. Wer nicht tanken oder einkaufen muss, kann auf Rastplätzen wunderbar zur Ruhe kommen, die lediglich mit einigen Park- und Sitzmöglichkeiten sowie einer Sanitäranlage aufwarten. Manche Rastplätze entpuppen sich dabei sogar als richtige Schätze und bieten eine gute Alternative zu großen Raststätten. Da bekanntermaßen nicht alle Rastplätze durch ihre Schönheit bestechen, hat CHECK24 für euch einige Oasen im Autobahndschungel herausgesucht.
In Deutschland gibt es rund 1.500 Rastplätze entlang der Autobahnen.











an der A45 in der Nähe von Dortmund deutet auf die Bergbau-Tradition der Region hin. Als Flöz versteht man dabei eine Gesteinsschicht, wohingegen Gatt im Niederdeutschen einen sehr schmalen Gang bezeichnet. Ebenfalls an der A45 lässt sich der Rastplatz Unterm Hipperich finden, der seinen Namen dem gut 350 Meter hohen Berg im Oberbergischen Kreis verdankt. Ähnlich verhält es sich auch für den Rastplatz Leckerhorst an der A46 bei Iserlohn.
Als blaue Steine werden in Deutschland Flure bezeichnet, also kleinräumige Teile einer Landschaft, die ihren Ursprung in historischen Grenzsteinen oder Kultstätten besitzen. Sie sind auch als Gerichtssteine bekannt. Einen dieser Steine könnt ihr beispielsweise auf dem Rastplatz Am blauen Stein an der A61 bei Weilerswist bestaunen.
Doch manchmal ist auch die Geschichte umliegender Ortschaften ausschlaggebend für die Namenswahl. Der Rastplatz Dickenwalze an der A45 bei Lüdenscheid bezieht sich auf die vielen Walzwerke, die für den Wohlstand zahlreicher märkischer Familien, unter anderem der Familie Dicke, verantwortlich waren. Olle Rheen an der A31 hingegen entstammt einem Heimatlied, das die Liebe zum alten Rhede, dem Örtchen bei Papenburg, besingt.
Tipp
Gegen die Langeweile auf Autofahrten könnt ihr in Zukunft rätseln, wie die Rastplatznamen entstanden sein könnten. Worauf ihr achten müsst, wisst ihr ja jetzt. Wem dabei die abenteuerlichste Geschichte einfällt oder wer am nächsten an der Wahrheit liegt, gewinnt! Achtet also in Zukunft genau auf Abfahrtsschilder mit skurrilen Namen wie Kleine Herrenthey, Pennacker oder Pfaffenpfad.

Wer abseits der Autobahn die Seele baumeln oder etwas Neues erleben möchte, sollte nach etwas anderem als Rastplätzen Ausschau halten: Habt ihr euch schon mal bewusst die braun-weißen Tafeln am Fahrbahnrand angesehen? In der Straßenverkehrsordnung werden diese als touristische Unterrichtungstafeln bezeichnet. Rund 3.400 davon wurden entlang deutscher Leitplanken aufgestellt, knapp ein Viertel allein in Bayern. Und das Gute für alle Kulturfans: Es werden immer mehr! Sie zeigen nahegelegene Sehenswürdigkeiten an, besonders häufig könnt ihr darauf Motive von Kultur-, Boden-, Natur- und Baudenkmälern entdecken. Aber auch Hinweise zu Welterbestätten der UNESCO, Natur-, Landschaftsschutz- und Erholungsgebieten sowie Freizeiteinrichtungen sind auf den Tafeln zu finden.
Ziel der Tafeln ist, Reisende zum Verlassen der Autobahn zu animieren, um so die ein oder andere touristische Attraktion näher zu erleben. Und es wirkt: Jede sechste Person hat ihre Fahrt schon einmal unterbrochen, um den touristischen Unterrichtungstafeln zu folgen. Gehört ihr auch dazu?
Laut ADAC sind die Schilder eine Bereicherung und bringen etwas Heimatkunde in den Alltag.
Ihr werdet meist nicht mehr als zehn Kilometer Luftlinie zwischen Autobahn und Sehenswürdigkeit zurücklegen müssen. Nur in Ausnahmefällen darf auch auf Ziele mit herausragender touristischer Bedeutung hingewiesen werden, die weiter entfernt sind. Ideal also für einen kurzen Abstecher!
Eine öffentliche Auflistung aller Schilder gibt es von Seiten des Bundes leider nicht, aber ihr könnt euch in extra dafür zusammengestellten Reiseführern über die einzelnen Sehenswürdigkeiten inklusive Hintergrundinformationen informieren. Für diejenigen unter euch, für die es schneller gehen soll, haben wir unsere Highlights hier einmal für euch zusammengefasst.
Tuchmachermuseum, A1 nahe Osnabrück
Anhand über 100 Jahre alter Maschinen lässt sich im Tuchmachermuseum Bramsche die Wollverarbeitung hautnah erleben.
Herrenhäuser Gärten, A2 in Hannover
Mit einzigartiger europäischer Gartenkunst locken die Herrenhäuser Gärten inmitten Hannovers zu einer märchenhaften Auszeit. Die Anlagen zählen zu den besterhaltenen und bedeutendsten Gärten Europas und sind zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.
Burg Eppstein, A3 nahe Frankfurt/Main
Die einladende kleine Altstadt von Eppstein mit ihren verwinkelten Fachwerkhäusern und der großen Burgruine lädt westlich von Frankfurt am Main zu einer Reise in vergessene Zeiten ein. Wer es größer mag und etwas mehr Zeit übrig hat, kann auch das Schloss Biebrich in Wiesbaden erkunden.
Schneewittchenstadt Lohr, A3 nahe Würzburg
Für Märchenfans gehört eine Pause in Lohr am Main westlich von Würzburg auf alle Fälle dazu, denn hier soll das Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen seinen Ursprung haben.
Museumsdorf Bayerischer Wald, A3 nahe Passau
Nördlich von Passau im Bayerischen Wald wartet eins der größten Freilichtmuseen Europas auf euren Besuch. Ob Groß oder Klein, zwischen Tagelöhnerhäusern, Kapellen und Deutschlands ältester Dorfschule kommt ihr garantiert ins Staunen.
Grube Messel, A5 nahe Darmstadt
Das Weltkulturerbe Grube Messel mit seinen zahlreichen Fossilien aus der Zeit der Entstehung der Säugetiere ist eine der wenigen ihrer Art und nordöstlich von Darmstadt zu finden.
Experimenta, A6 in Heilbronn
Wer bei schlechtem Wetter unterwegs ist und deswegen eher eine Beschäftigung im Warmen und Trockenen sucht, sollte sich ein wenig Zeit nehmen und die Experimenta in Heilbronn besuchen. Hier könnt ihr Wissenschaft erleben, anfassen und anwenden.
Bocksteinhöhle Lonetal, A7 nahe Ulm
Im UNESCO-Welterbe Lonetal nördlich von Ulm könnt ihr beeindruckende Landschaftszüge und Höhlenwelten bestaunen. Wer sich auf dem Weg in die Alpen oder zurück die Beine vertreten muss, sollte hier unbedingt eine ausgiebige Pause einplanen.
Lüneburger Heide, A7 nahe Hamburg
Riesige lila Heideflächen locken in der Region Lüneburger Heide genauso wie Tier- und Freizeitparks zu einem Abstecher von der Autobahn. Hier findet ihr Unterhaltung für die ganze Familie.
Schliersee, A8 nahe Rosenheim
Bayrische Bergromantik erlebt ihr westlich von Rosenheim in der Gemeinde Schliersee und dem gleichnamigen See. Egal ob für eine Mahlzeit oder eine kleine Wanderung während langer Fahrten: Eine Pause lohnt sich hier immer.
Gartenreich Wörlitz, A9 nahe Dessau-Roßlau
Weitläufige Wasser- und Grünanlagen kann man nordöstlich von Dessau-Roßlau im UNESCO-Welterbe Wörlitzer Park erkunden. Das im 18. Jahrhundert errichtete Anwesen lockt zudem mit Schlössern und Landhäusern.
