Roadtrip

Ein eingeschlafener Fuß, müde Augen, die gleichen Songs im Radio und immer wieder „Wann sind wir da?“ vom Rücksitz: So eine Fahrt in den Urlaub kann ganz schön nervenaufreibend sein. Zeit, das zu ändern! Damit die nächste Autofahrt in den Urlaub ein Kinderspiel wird, haben wir euch die schönsten Plätze für eine kleine Auszeit entlang der meist genutzten Autobahnen zusammengestellt – von Rastplätzen bis hin zu nahegelegenen Sehenswürdigkeiten.
Unter den rund 1.500 Autobahn-Rastplätzen in Deutschland gibt es einige fast idyllische Fleckchen zu entdecken. Und sind euch schon einmal die braun-weißen Hinweistafeln aufgefallen, die alle paar Kilometer am Fahrbahnrand stehen? Die mit den teils ziemlich lustigen Bildern drauf. Ob Rastplatz oder lieber etwas fürs Auge: Wir haben für euch einige Plätze rausgesucht, um bereits die Fahrt in den Urlaub zum Erlebnis zu machen.
Alle 50 bis 80 Kilometer lassen sich auf deutschen Autobahnen große Raststätten finden. In Hotels, Tankstellen oder zum Teil außergewöhnlichen Restaurants findet ihr dort alles, was man unterwegs brauchen könnte. Die schönsten Raststätten haben wir euch hier aufgelistet.
Was Raststätten allerdings oft nicht zu bieten haben, ist Ruhe. Wer nicht tanken oder einkaufen muss, kann auf Rastplätzen wunderbar zur Ruhe kommen, die lediglich mit einigen Park- und Sitzmöglichkeiten sowie einer Sanitäranlage aufwarten. Manche Rastplätze entpuppen sich dabei sogar als richtige Schätze und bieten eine gute Alternative zu großen Raststätten. Da bekanntermaßen nicht alle Rastplätze durch ihre Schönheit bestechen, hat CHECK24 für euch einige Oasen im Autobahndschungel herausgesucht.
Wer auf dem Rückweg aus Österreich ist und auf der A93 in Richtung Norden fährt, der sollte eine Pause am Rastplatz Kranzhorn einlegen. Auch wenn der kleine Parkplatz nicht viel zu bieten hat, kann man hier doch wunderbar das Pausenbrot im schönen Bergpanorama der Chiemgauer Alpen genießen und dabei den Blick entspannt über den Inn schweifen lassen.
Südlich von Zwickau bieten die Rastplätze Niedercrinitz eine kleine Oase mit viel Grün und vor allem in Richtung Chemnitz auch eine tolle Sicht auf die umliegende Hügellandschaft bis zu den Ausläufern des Erzgebirges. Seit Ende 2019 wird allerdings an der Erweiterung der Rastanlage um 60 neue Parkplätze geplant. Ob Niedercrinitz danach noch immer ein Juwel unter den Rastplätzen sein wird, bleibt zu hoffen.
Wer von Ost nach West unterwegs ist und bei Leipzig Pause machen muss, sollte sich auf der A38 an den Rastplatz Fuchsaue halten. Gerade der nördliche Parkplatz besticht dabei mit seiner parkähnlich gestalteten Anlage, in der man sich auch mit Kindern und Hunden kurz die Beine vertreten kann. Allerdings ist auch der südliche Parkplatz, wenn auch kleiner, für eine entspannte Auszeit geeignet.
Die beiden großzügig angelegten Rastplätze bieten viel Fläche, um sich bei einer langen Fahrt in Richtung Nordsee noch ein letztes Mal die Beine zu vertreten. Wer einige Outdoorspiele dabei hat, kann auf den großen Wiesen auch eine Pause für die ganze Familie einplanen und den Kreislauf an der frischen Luft in Schwung bringen.
Wer bei Berlin eine Pause einplanen möchte, kann sich die Rastplätze Ziethener Luch in Richtung Osten oder Krämerforst in Richtung Westen auf der A10 merken. Beide Parkplätze werden als ordentlich gelobt und die Sanitärhäuschen wurden hier besonders künstlerisch in Szene gesetzt. Vor allem der Rastplatz Ziethener Luch ist großzügig angelegt und bietet ausreichend Platz für einen kleinen Spaziergang mit Kind oder Hund.
Lauschige Laubwälder und nebelverhangene Waldlichtungen locken an den beiden Rastplätzen nördlich von Nürnberg. Vor allem an einem Herbstmorgen wirken die Rastplätze Sperbes Ost und West schon fast verwunschen. Neben einem etwas abseits gelegenen Picknickplatz kann man am Rastplatz Sperbes Ost auch den Blick über einen kleinen Teich schweifen lassen.
Viel Platz für einen Spaziergang bieten auch die Rastplätze Rabenstein entlang der A9 zwischen Dessau und Beelitz. Im Frühling locken die rosa Kronen der Kirschbäume und bunte Blüten auf den Wiesen, während man sich an versteckten Sitzplätzen das Mittagessen schmecken lässt. Den Blick kann man dabei wunderbar über die angrenzenden Felder schweifen lassen und so etwas die Augen entspannen, bevor es weiter Richtung Berlin oder Leipzig geht.
Auf den ersten Blick fragt ihr euch sicher, warum dieser Rastplatz ein Highlight sein soll. Für Kinder und Schiffsfans wird es aber richtig spannend: Wer einem kleinen Weg den Hang hinunter folgt, gelangt unter Deutschlands zweitgrößter Straßenbrücke aus Stahl, der Rader Hochbrücke, auf die andere Seite des Parkplatzes und kann sich entspannt die Füße vertreten. Ideal für Reisende mit Kindern oder Hunden führen Wege entlang des Wassers und bieten Abwechslung von der grauen Autobahnromantik. Mit etwas Glück lassen sich hier sogar große mit Containern beladene Frachtschiffe bestaunen, die sich ihren Weg durch den Nord-Ostsee-Kanal bahnen.
Der kleine Parkplatz im Nordwesten Bayerns liegt im Aschafftal unweit der gleichnamigen Stadt Aschaffenburg und bietet mit seinen umliegenden Hügeln eine entspannte Auszeit bei lange Fahrten. Wer sich sportlich betätigen möchte, kann hier kurz ein paar Mal die Hänge an der Außenseite des Rastplatzes erklimmen, um den Kreislauf wieder etwas in Schwung zu bringen.
Wer sich mehr für Industriekultur und weniger für weite Feldlandschaften begeistert, dem sei der Rastplatz Schwarze Heide in westlicher Richtung auf der A2 nahezulegen. Mitten im Ruhrgebiet lockt vom Rastplatz aus der Blick auf den Schacht der Zeche Prosper Haniel. Eingefleischte Bergwerkfans wissen, dass der Turm zum letzten deutschen Bergwerk gehört, das bis zu seiner Schließung im Dezember 2018 Steinkohle förderte.
Im Gegensatz zu großen Raststätten ist das Angebot kommerzieller Dienstleistungen auf Rastplätzen stark eingeschränkt. Abseits großer Rastanlagen unterscheidet man nach der deutschen Autobahnverwaltung zwischen Rastplätzen mit Sanitäreinrichtungen, sogenannten PWC-Anlagen, und Rastplätzen ohne WC. Diese werden umgangssprachlich auch als Autobahnparkplätze bezeichnet.
Rastplätze gehören meist zu den Straßen, an denen sie liegen. So sind also vor allem die einzelnen regionalen Straßenbauverwaltungen für die Reinigung und Pflege der Anlagen zuständig, die meist deutlich einfacher ausgestattet sind als große Raststätten. Fast immer lassen sich jedoch Bänke und Picknicktische sowie Mülltonnen finden. Laut einem 2018 durch den ADAC durchgeführten Test schneidet kein Rastplatz entlang deutscher Autobahnen mit der Note „sehr gut“ ab. Bemängelt wurde vor allem die Sauberkeit der Sanitäranlagen.
In Deutschlang soll entlang von Autobahnen alle 15 bis 20 Kilometer eine Möglichkeit zur Erholung zu finden sein. Die Errichtung von Raststätten oder -plätzen wird dabei nur unter Bestimmung der Verkehrslage, der Wirtschaftlichkeit und umweltschutzrelevanter Aspekte genehmigt. Rastplätze entlang touristischer Gebiete oder besonderer Wege werden dabei so angelegt, dass Rastende dort auch die Landschaft genießen können. Ziel ist dabei die Erhöhung der Straßenverkehrssicherheit, denn ausgeruhter seid ihr aufmerksamer!
Rastplätze werden in der Regel nach nahegelegenen Orten, Flüssen oder anderen regional geografisch relevanten Gesichtspunkten benannt. Was oft bizarr oder lustig klingt, ergibt für Anwohnerinnen und Anwohner aber durchaus Sinn und folgt dem klaren Regelwerk der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV). So müssen beispielsweise beidseitig, wenn auch versetzt angeordnete Anlagen den gleichen Namen tragen. Unter Umständen auch mit der Zusatzbezeichnung der Himmelsrichtung, in der sie liegen. Auch wenn manche alten Rastplätze vor allem im Westen Deutschlands noch nach Orten benannt sind, sollen bei Neuanlagen keine Verwechslungen mehr mit Knotenpunkten oder anderen Orten erfolgen, sodass Ortsnamen oder Namen von Stadtteilen nicht mehr für die Benennung von Rastplätzen zur Auswahl stehen.
Flöz Mausegatt an der A45 in der Nähe von Dortmund deutet auf die Bergbau-Tradition der Region hin. Als Flöz versteht man dabei eine Gesteinsschicht, wohingegen Gatt im Niederdeutschen einen sehr schmalen Gang bezeichnet. Ebenfalls an der A45 lässt sich der Rastplatz Unterm Hipperich finden, der seinen Namen dem gut 350 Meter hohen Berg im Oberbergischen Kreis verdankt. Ähnlich verhält es sich auch für den Rastplatz Leckerhorst an der A46 bei Iserlohn.
Als blaue Steine werden in Deutschland Flure bezeichnet, also kleinräumige Teile einer Landschaft, die ihren Ursprung in historischen Grenzsteinen oder Kultstätten besitzen. Sie sind auch als Gerichtssteine bekannt. Einen dieser Steine könnt ihr beispielsweise auf dem Rastplatz Am blauen Stein an der A61 bei Weilerswist bestaunen.
Doch manchmal ist auch die Geschichte umliegender Ortschaften ausschlaggebend für die Namenswahl. Der Rastplatz Dickenwalze an der A45 bei Lüdenscheid bezieht sich auf die vielen Walzwerke, die für den Wohlstand zahlreicher märkischer Familien, unter anderem der Familie Dicke, verantwortlich waren. Olle Rheen an der A31 hingegen entstammt einem Heimatlied, das die Liebe zum alten Rhede, dem Örtchen bei Papenburg, besingt.
Wer abseits der Autobahn die Seele baumeln oder etwas Neues erleben möchte, sollte nach etwas anderem als Rastplätzen Ausschau halten: Habt ihr euch schon mal bewusst die braun-weißen Tafeln am Fahrbahnrand angesehen? In der Straßenverkehrsordnung werden diese als touristische Unterrichtungstafeln bezeichnet. Rund 3.400 davon wurden entlang deutscher Leitplanken aufgestellt, knapp ein Viertel allein in Bayern. Und das Gute für alle Kulturfans: Es werden immer mehr! Sie zeigen nahegelegene Sehenswürdigkeiten an, besonders häufig könnt ihr darauf Motive von Kultur-, Boden-, Natur- und Baudenkmälern entdecken. Aber auch Hinweise zu Welterbestätten der UNESCO, Natur-, Landschaftsschutz- und Erholungsgebieten sowie Freizeiteinrichtungen sind auf den Tafeln zu finden.
Eine öffentliche Auflistung aller Schilder gibt es von Seiten des Bundes leider nicht, aber ihr könnt euch in extra dafür zusammengestellten Reiseführern über die einzelnen Sehenswürdigkeiten inklusive Hintergrundinformationen informieren. Für diejenigen unter euch, für die es schneller gehen soll, haben wir unsere Highlights hier einmal für euch zusammengefasst.
Tuchmachermuseum, A1 nahe Osnabrück
Anhand über 100 Jahre alter Maschinen lässt sich im Tuchmachermuseum Bramsche die Wollverarbeitung hautnah erleben.
Herrenhäuser Gärten, A2 in Hannover
Mit einzigartiger europäischer Gartenkunst locken die Herrenhäuser Gärten inmitten Hannovers zu einer märchenhaften Auszeit. Die Anlagen zählen zu den besterhaltenen und bedeutendsten Gärten Europas und sind zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.
Burg Eppstein, A3 nahe Frankfurt/Main
Die einladende kleine Altstadt von Eppstein mit ihren verwinkelten Fachwerkhäusern und der großen Burgruine lädt westlich von Frankfurt am Main zu einer Reise in vergessene Zeiten ein. Wer es größer mag und etwas mehr Zeit übrig hat, kann auch das Schloss Biebrich in Wiesbaden erkunden.
Schneewittchenstadt Lohr, A3 nahe Würzburg
Für Märchenfans gehört eine Pause in Lohr am Main westlich von Würzburg auf alle Fälle dazu, denn hier soll das Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen seinen Ursprung haben.
Museumsdorf Bayerischer Wald, A3 nahe Passau
Nördlich von Passau im Bayerischen Wald wartet eins der größten Freilichtmuseen Europas auf euren Besuch. Ob Groß oder Klein, zwischen Tagelöhnerhäusern, Kapellen und Deutschlands ältester Dorfschule kommt ihr garantiert ins Staunen.
Grube Messel, A5 nahe Darmstadt
Das Weltkulturerbe Grube Messel mit seinen zahlreichen Fossilien aus der Zeit der Entstehung der Säugetiere ist eine der wenigen ihrer Art und nordöstlich von Darmstadt zu finden.
Experimenta, A6 in Heilbronn
Wer bei schlechtem Wetter unterwegs ist und deswegen eher eine Beschäftigung im Warmen und Trockenen sucht, sollte sich ein wenig Zeit nehmen und die Experimenta in Heilbronn besuchen. Hier könnt ihr Wissenschaft erleben, anfassen und anwenden.
Bocksteinhöhle Lonetal, A7 nahe Ulm
Im UNESCO-Welterbe Lonetal nördlich von Ulm könnt ihr beeindruckende Landschaftszüge und Höhlenwelten bestaunen. Wer sich auf dem Weg in die Alpen oder zurück die Beine vertreten muss, sollte hier unbedingt eine ausgiebige Pause einplanen.
Lüneburger Heide, A7 nahe Hamburg
Riesige lila Heideflächen locken in der Region Lüneburger Heide genauso wie Tier- und Freizeitparks zu einem Abstecher von der Autobahn. Hier findet ihr Unterhaltung für die ganze Familie.
Schliersee, A8 nahe Rosenheim
Bayrische Bergromantik erlebt ihr westlich von Rosenheim in der Gemeinde Schliersee und dem gleichnamigen See. Egal ob für eine Mahlzeit oder eine kleine Wanderung während langer Fahrten: Eine Pause lohnt sich hier immer.
Gartenreich Wörlitz, A9 nahe Dessau-Roßlau
Weitläufige Wasser- und Grünanlagen kann man nordöstlich von Dessau-Roßlau im UNESCO-Welterbe Wörlitzer Park erkunden. Das im 18. Jahrhundert errichtete Anwesen lockt zudem mit Schlössern und Landhäusern.
Hinweis: CHECK24 übernimmt keine Garantie für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen. Die Inhalte unserer Artikel sind sorgfältig recherchiert und verfasst. Sie dienen als Inspiration, Information und stellen Empfehlungen der Redaktion dar. Dabei achten wir darauf, mit unseren Texten niemanden zu diskriminieren und beziehen in allen Formulierungen stets alle Menschen unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität ein.