von Katrin Schwurack
27. April 2023

von Katrin Schwurack
27. April 2023

Ob Inselhopping in Griechenland oder eine Mietwagenreise zu den Lofoten: Wenn ihr wisst, dass euch auf eurer Fahrt die eine oder andere Fährverbindung erwarten könnte, solltet ihr frühzeitig einen Blick in die Mietbedingungen eurer Mietwagenbuchung werfen. Die Nutzung von Fähren wird nur von wenigen Vermietungen ohne Weiteres genehmigt und kann von Region zu Region variieren. Viele Mietwagenanbieter schließen eine Fährnutzung kategorisch aus oder knüpfen sie an bestimmte Zusatzversicherung.
Wer trotz Verbotsklausel eine Fähre nutzt, muss damit rechnen, im Schadensfall selbst für alle Kosten aufzukommen. Die Auf- und Abfahrten von Fähren sind oft eng und ihr könnt die Größe eures Mietwagens vielleicht nicht gut einschätzen. Auch starker Seegang oder Fahr- beziehungsweise Beladungsfehler anderer Personen können zu Schäden am Mietfahrzeug führen. Gleiches gilt, wenn ihr in einen Unfall auf einer Insel verwickelt seid, die ihr nur mit einer Fähre erreichen konntet.
Obwohl viele Vermietungen die Nutzung von Fähren zunächst untersagen, gibt es manche Anbieter, die spezielle Zusatzversicherungen anbieten. Diese decken Schäden durch oder infolge von Fährnutzungen ab und ermöglichen euch so eine Überfahrt. Beachten solltet ihr, dass auch Autozüge wie der nach Sylt oder zwischen Frankreich und England oft ähnlichen Einschränkungen unterliegen. Fragt notwendige Fährüberfahrten also rechtzeitig bei eurer Vermietung an und lasst euch alle Aussagen schriftlich bestätigen.
Wenn eure Vermietung eine Fährüberfahrt dennoch nicht erlaubt und ihr nicht auf eine andere Route ausweichen wollt, besteht die Möglichkeit, dass ihr eure Fahrzeugmiete aufteilt. So könnt ihr einen Mietwagen bis zum Hafen nutzen und die Fähre ohne Auto betreten. Sobald ihr an eurem Ziel ankommt, bucht ihr euch einen neuen Mietwagen und startet bequem euren nächsten Reiseabschnitt. Diese Praxis findet vor allem in Neuseeland Anklang, wenn Reisende zwischen der Nord- und Südinsel übersetzen. Nach Absprache mit der Vermietung lasst ihr den ersten Mietwagen vor der Fährfahrt zurück und erhaltet einen neuen Wagen der gleichen Fahrzeugklasse nach Ankunft am Hafen.
Eine Fahrt mit der Fähre spart oft Zeit und Geld. Vor allem längere Strecken könnt ihr so mit Nachtfähren zurücklegen und kommt am nächsten Tag ausgeruht an eurem nächsten Streckenabschnitt an. Außerdem könnt ihr so viel Gepäck mitnehmen, wie ihr möchtet, sofern es in euer Auto passt. Bedenkt bitte, dass Fähren ihre Preise oft nach der Fahrzeuglänge berechnen und teils Extragebühren für Außenboxen erheben. Wenn ihr also viel Gepäck dabei habt und sparen wollt, mietet lieber einen Wagen, der die Länge der gebuchten Fahrzeugkategorie auf der Fähre auskostet, anstatt mit einer Außenbox Extragebühren zu bezahlen.
Achtet penibel darauf, dass euer Fahrzeug nicht länger als die gebuchte Fahrzeugkategorie ist. Das Personal vor Ort hat bereits genug Fahrzeuge gesehen und weiß, welche Modelle in welche Kategorie passen. Bereits ein Zentimeter kann euch im besten Fall ein teures Upgrade bescheren und Nerven kosten. Im schlimmsten Fall wird euch die Mitfahrt ohne Erstattung des Ticketpreises verwehrt.
Oft bestimmen Fahrdauer und die Fährstrecke die Art der Fähre – und damit auch, wie ihr euch auf der Fähre zu verhalten habt und welche Zusatzoptionen euch zur Verfügung stehen. Kurze Fluss- oder Fjordüberquerungen finden meist mit kleinen Fähren statt, bei denen ihr die Zeit unter freiem Himmel am oder im Auto verbringen könnt. Längere Fahrten über die offene See gleichen eher einer abgespeckten Kreuzfahrt: Die Autos werden im geschlossenen Schiffsrumpf geparkt und ihr verbringt die Zeit im Restaurant oder eurer Kabine. Manche Reedereien bieten mittlerweile auch schon Fährverbindungen mit Abendshows an oder Schiffe, die über eigene Spa-Bereiche verfügen.
Bucht eure gewünschte Fährverbindung so früh wie möglich. Manche Fährverbindung sind während der Hauptreisezeiten sehr beliebt und oft im Voraus ausgebucht. Das gilt vor allem für mehrstündige Fährüberfahrten. Kurze Verbindung, die im Minuten- oder Stundentakt übersetzen, könnt ihr oft auch spontan anfahren. Dennoch bietet es sich immer an, auf der jeweiligen Homepage nachzuschauen, welche Beförderungs- und Buchungsrichtlinien die einzelnen Fährunternehmen besitzen.
Wichtig:
Bucht ihr einen Mietwagen, wird euch immer nur eine Fahrzeugkategorie, aber kein Modell zugesichert. Bei Fährbuchungen müsst ihr aber die genauen Maße beziehungsweise das Modell des Fahrzeugs angeben. Kontaktiert hierfür am besten eure Vermietung, wenn ihr bereits vor Abholung des Mietwagens eure Tickets buchen wollt.
Den Check-in können die Reedereien individuell gestalten. Um einen Blick auf die Webseite des Fährunternehmens kommt ihr also nicht herum, denn manche Fährverbindungen schließen ihren Check-in bereits 90 Minuten vor Abfahrt.
Je nach Größe des Hafens müsst ihr zu Beginn der Beschilderung zu eurem Schiff folgen, bei dem ihr dann durch das Personal auf einen Zwischenparkplatz verwiesen werdet. Gerade bei internationalen Reisen kann es dann vorkommen, dass ihr das Auto noch einmal verlassen müsst, um euch mit eurem Personalausweis oder Reisepass bei den Behörden anzumelden. Plant dafür also genügend Zeit ein. Wenn ihr nicht auf den letzten Drücker ankommt, habt ihr dann bis zur Auffahrt auf die Fähre noch einige Minuten Zeit, um eure Sachen zu packen und euer Fahrzeug schifffest zu machen
Das Befahren einer Fähre ist oftmals entspannter als die Navigation in Parkhäusern. Üblicherweise weist euch das Personal vor Ort ein und signalisiert euch, welchen Parkplatz ihr nutzen sollt und wie nah ihr an das Auto vor euch heranfahren müsst. Sobald ihr eingeparkt habt, stellt ihr direkt den Motor aus, legt den ersten Gang ein und zieht zusätzlich die Handbremse an. Das war's auch schon.
Der TÜV rät zudem, Alarmanlagen und Neigungssensoren während der Überfahrt zu deaktivieren, denn bereits leichter Seegang kann diese auslösen. Reist ihr mit einem Camper, achtet unbedingt darauf, dass alle Wasser- und Gasanschlüsse fest verschlossen sind. Da ihr das Fahrzeug schnell verlassen müsst, solltet ihr diese Schritte bereits vor Auffahrt auf die Fähre erledigt haben.
Zückt nach dem Abstellen schnell das Smartphone und macht euch Bilder von der Umgebung und der Beschilderung des Parkdecks beziehungsweise des Treppenhauses. So findet ihr euren Mietwagen schnell wieder und irrt nicht erst durch das Schiff.
Wie auch bei der Parksituation gilt: Sobald das Schiff vom Hafen ablegt, ist euch der Zutritt zu eurem Fahrzeug nicht mehr möglich. Seid ihr nur ein paar Stunden auf dem Schiff und möchtet die Kosten für eine Kabine sparen, könnt ihr euch an lauen Sommertagen eine Liege an Deck suchen, einen bequemen Sessel im Aufenthaltsraum ergattern oder euch mit eurem Schlafsack in einer ruhigen Ecke auf dem Gang niederlassen. Bei längeren mehrtägigen Fahrten kommt ihr jedoch nicht um eine Kabine herum, denn diese ist dann vorgeschrieben.
Wenn ihr eine Kabine bucht, investiert in eine Außenkabine mit Fenster. So könnt ihr die Augen über das Meer schweifen lassen. Auch gegen Seekrankheit hilft der Blick gen Horizont.
Generell solltet ihr keine Wertgegenstände im Auto zurücklassen. Auch verderbliche Lebensmittel solltet ihr mit an Deck nehmen, wenn ihr keinen Camper mit Kühlschrank habt. Auf dem Parkdeck wird es sehr warm und bei mehrstündigen Fahrten kann Kühlware schnell schlecht werden. Wichtig ist zudem, dass ihr alle Ausweisdokumente und Buchungsbestätigungen mitnehmt. Wenn ihr keine Kabine gebucht habt, aber dennoch mehrere Stunden auf der Fähre verbringt, lohnt sich auch eine kleine Kulturtasche, um euch zwischendurch frisch zu machen. Auch eine leichte Decke oder ein Schlafsack kann Gold wert sein, wenn ihr plant, ein kurzes Nickerchen zu machen.
Beachtet, dass die Parkplätze auf Fähren sehr eng sind. Braucht ihr also etwas aus der Außenbox oder der Wohnmobilgarage, müsst ihr die Sachen vor dem Befahren der Fähre herausholen, da ihr diese auf der Fähre wahrscheinlich nicht mehr öffnen könnt.

Euer Vierbeiner darf im Urlaub nicht fehlen, aber euer Ziel erreicht ihr nur mit einer längeren Fährüberfahrt? Das ist im Normalfall kein Problem, wenn ihr ein paar Dinge beachtet. Nur wenige Reedereien verbieten Hunde an Bord. Informiert euch hierüber vor der Ticketbuchung auf der Webseite des jeweiligen Anbieters. Auf den meisten Fähren gilt jedoch eine Maulkorbpflicht. Gewöhnt eure Fellnase also bereits im Vorfeld daran, einen Maulkorb auch stressfrei über mehrere Stunden tragen zu können.Regel #1: Der Hund bleibt nicht im Auto Die Parkdecks befinden sich in der Regel im Rumpf des Schiffes, vor allem bei längeren Überfahrten auf offener See. Durch den oft nahegelegenen Motor ist es dort nicht nur laut und stickig, sondern es wird auch während der Überfahrt ordentlich warm. An sich also selbstverständlich, dass ihr euren Vierbeiner nicht allein auf dem geschlossenen Parkdeck zurücklassen solltet. Dies kann unter Umständen tödlich für euer Tier enden. Manche Reedereien verbieten deshalb sogar explizit, dass Hunde im Auto bleiben. Teils weisen sie daher konkrete Hundebereiche aus. Andere haben einen eigenen Raum, in dem euer Hund für die Zeit der Überfahrt in einer Hundebox warten muss. Welche Regeln auf dem von euch gebuchten Schiff gelten, erfahrt ihr im Vorfeld über die Webseite des Fährunternehmens.
Habt ihr vielleicht eine mehrtägige Schiffsreise vor euch, solltet ihr euch beim Personal nach einer Hundetoilette erkundigen. Bei kurzen Fahrten reicht es aus, wenn sich euer Hund vor der Abfahrt während einer kleinen Runde noch einmal lösen kann. Nach einigen Stunden an Bord wird es allerdings eng. Viele Fähren haben deswegen eigene kleine Flächen, auf denen Hunde ihr Geschäft verrichten können.Einreisebestimmungen und Notfallmedikamente Nur weil ihr euren Hund oft unkompliziert mit an Deck nehmen könnt, heißt das noch nicht, dass dieser ohne Weiteres an eurem Zielort einreisen darf. Achtet hier also insbesondere darauf, dass ihr die Einreisebestimmungen für Haustiere einhaltet, wenn ihr international unterwegs seid. In Norwegen müsst ihr zum Beispiel euer Haustier nach Ankunft beim Zoll anmelden – mit allen notwendigen Formularen. Bedenkt ebenfalls, dass auch euer Vierbeiner seekrank werden kann. Fragt am besten euren behandelnden Tierarzt oder Tierärztin nach entsprechenden Medikamenten.



