Schweiz: Tausende Touristen sitzen im Schnee fest

München, 10.01.2018 | 09:43 | hze

Egal ob mit Mietwagen, dem eigenen Auto oder mit der Bahn: Wer aktuell in den Skiurlaub in die Schweiz oder nach Italien möchte, hat schlechte Karten. Laut übereinstimmenden Medienberichten sind nach heftigen Schneefällen mehrere Orte komplett von der Außenwelt abgeschnitten, Zehntausende Touristen sitzen in den Skigebieten fest. Aufgrund höchster Lawinengefahr sind laut Auswärtigem Amt (AA) alle Skipisten und Wanderwege gesperrt.

Mietwagen Passstraße Schneeketten

Nach mehreren Metern Neuschnee binnen 48 Stunden helfen vielerorts in den Alpen auch Schneeketten nicht mehr. Wegen Lawinengefahr sind viele Straßen gesperrt.

Einer Mitteilung des AA zufolge sind zudem alle Straßen und Zugverbindungen nach Zermatt im schweizerischen Kanton Wallis unterbrochen. Das Branchenmagazin Tourexpi berichtet, dass allein dort rund 13.000 Urlauber festsitzen. Die Matterhorn-Gotthard-Bahn kündigte an, man wolle am Mittwoch zumindest die Bahnstrecke mit kontrollierten Lawinensprengungen wieder freibekommen. Auch in den italienischen Skigebieten herrscht Ausnahmezustand. In Sestriere wurde ein Hotel von einer Lawine verschüttet. Die Straßen in unzählige Skigebiete in Norditalien sind nicht passierbar. Das AA empfiehlt Reisenden, Warnhinweise zu respektieren, die Hinweise der lokalen Behörden zu beachten und Strecken erst wieder zu benutzen, wenn diese freigegeben sind.

In vielen Gebieten der Alpen sind in den vergangen Tagen binnen 48 Stunden mehr als zwei Meter Neuschnee niedergegangen. Grund waren sehr feuchte Luftmassen, die vom Mittelmeer her nach Norden strömten. Unerwartet heftig traf der Wintereibruch auch Spanien und sorgte am Wochenbeginn für Chaos auf den Straßen. Allein auf der Autobahn AP-6 nördlich von Madrid mussten Hunderte Menschen in ihren Autos übernachten. Militär und Rettungskräfte waren ausgerückt, um Betroffene mit Decken und warmen Getränken zu versorgen.