Mietwagen speichert persönliche Daten

München, 19.09.2016 | 15:14 | hze

Beim Koppeln des eigenen Smartphones mit dem Infotainment-System eines Mietwagens ist Vorsicht geboten. Laut Medienberichten speichern die Fahrzeuge beim Synchronisieren nämlich häufig persönliche Daten wie Anrufe, Kontakte oder gar SMS und E-Mails. Löscht der Nutzer am Ende der Fahrzeugmiete nicht aktiv das Profil des eigenen Smartphones, können Nachmieter uneingeschränkt auf diese zugreifen.

VW Car-Net Route iPhone

Nachdem Koppeln des eigenen Smartphones mit einem Mietwagen, sollten Kunden unbedingt das Profil - und somit die Daten - des Telefons wieder aus dem Autospeicher löschen. © Volkswagen AG

Grund für die Kopie der Daten ist ein schnellerer Zugriff durch den Nutzer. Dauert das erste Synchronisieren noch recht lang, können Fahrer das gekoppelte Smartphone danach binnen Sekunden über die Fahrzeugsysteme nutzen, etwa um Musik abzuspielen, Anrufe über die Freisprecheinrichtung zu tätigen oder SMS zu diktieren und versenden zu lassen. Was beim privaten Pkw bequem ist, kann beim Mietwagen zum echten Daten-Problem werden. Denn auch nachdem das Smartphone vom Auto getrennt wurde, bleiben die bis dahin gespeicherten Informationen erhalten. Aus diesem Grund warnt die amerikanische Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) auch generell vor der Verbindung von Smartphones mit dem Mietwagen.

Selbst bei der Verbindung via USB-Kabel zum Laden der Akkus besteht laut FTC bereits ein Risiko der ungewollten Datenübermittlung. Daher sollten Mieter vor der Übergabe des Fahrzeugs unbedingt in den Einstellungen des Infotainment-Systems das Profil des eigenen Smartphones löschen. So sollten alle für den Fahrer sicht- und verwertbaren Daten entfernt werden. Verfügt das Fahrzeug über einen integrierten Internetbrowser, können Sie auch dessen Historie löschen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Smartphone und Mietwagen komplett getrennt lassen und zum Füllen der Energiespeicher lieber einen Adapter für den Zigarettenanzünder nutzen.

Beim Thema Datenschutz sehen die Autovermieter hier den Kunden in der Pflicht. So stellte der Leihfahrzeug-Anbieter Sixt gegenüber der Onlineausgabe der Welt klar, dass es die persönliche Entscheidung und Verantwortung eines jedes Kunden sei, ob dieser sein Smartphone mit dem Kommunikationssystem eines Mietfahrzeugs verbindet. Dies sei etwa mit der Nutzung eines öffentlichen WLAN vergleichbar. So sei der Kunde auch selber dafür verantwortlich, alle seine sichtbar gespeicherten Daten auch wieder zu löschen.