Madrid hat ab November neue zentrale Umweltzone

München, 14.11.2018 | 13:10 | soe

Autofahrer dürfen seit dem 1. November nur noch in den Innenstadtbereich der spanischen Hauptstadt Madrid einfahren, wenn ihr Fahrzeug mit der Umweltplakette Distintivo Ambiental ausgerüstet ist. Diese kann bisher allerdings von Ausländern nicht erworben werden. Wie die Branchenwebseite FVW berichtet, sind auch in weiteren Städten des Landes Einfahrverbote geplant.

Madrid

Umweltzonen sorgen in Madrid künftig für bessere Luftqualität, aber auch für Verkehrseinschränkungen.

Als Reaktion auf die EU-Grenzwerte für Luftschadstoffe hat Madrid die bisher bestehenden beiden Low-Emission-Zonen M30 (LEZ) im mittleren und äußeren Stadtgebiet um eine Umweltzone im Zentrum ergänzt, die mittelfristig zur Zero-Emission-Zone (ZEZ) erklärt werden soll. Dort ist künftig nur noch Fahrzeugen mit sehr niedrigen oder gar keinen Emissionen, wie Elektro- und Hybridautos, die Einfahrt gestattet. Vorläufig dürfen Wagen mit gültiger spanischer Umweltplakette noch in der ZEZ verkehren. Nach Ablauf einer zweimonatigen Kulanzzeit drohen Autofahrern bei Verstößen ab dem 1. Februar 2019 Bußgelder von bis zu 90 Euro.
 
Ausländer, die mit eigenem Fahrzeug nach Spanien reisen, können die Plakette bisher noch nicht erwerben. Der Grund dafür ist das Fehlen eines entsprechenden Systems. Ihnen wird daher empfohlen, ihre Autos in Madrid außerhalb der zentralen Umweltzone zu parken und mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt zu fahren. Reisende, die mit einem Mietwagen nach Madrid fahren wollen, sollten ihren Autovermieter nach dem Vorhandensein einer Plakette und deren Kategorieneinordnung fragen. Umgehen lässt sich das Problem mit der Anreise per Flugzeug, so fliegt zum Beispiel Air Europa zweimal täglich von Düsseldorf nach Madrid.
 
Die Plakette Distintivo Ambiental gibt es in den Kategorien 0, B, C und ECO. Fahrzeuge mit den Zuordnungen der Klassen B und C dürfen die ZEZ im Zentrum von Madrid nicht durchqueren, sondern sie nur zum Parken nutzen. Fahrzeuge ohne Plakette dürfen im Zentrum generell nicht mehr verkehren. In Phasen erhöhter Luftverschmutzung sollen sie auch im umliegenden Bereich der LEZ M30 ab dem zweiten Tag der Emissionsbelastung ausgeschlossen werden. Werden an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Grenzwerte überschritten, ist ein vollständiges Fahrverbot für den gesamten Stadtbereich möglich.