
Für die Einreise nach Island benötigen EU-Bürgerinnen und -Bürger lediglich einen gültigen Personalausweis. Wer einen Mietwagen leihen möchte, kann dies mit dem nationalen Führerschein problemlos tun. Aufgrund der geographischen Besonderheiten des Landes und der Straßenverhältnisse sollten Reisende bei der Mietwagenbuchung auf einen ausreichenden Versicherungsschutz achten. Eine Absicherung vor Glasschäden durch Steinschlag sowie ein zusätzlicher Unterbodenschutz sind wegen der oft unbefestigten Straßen empfehlenswert. Bei der Auswahl des Mietwagens sollten Sie zudem vorausschauend planen. Viele Anbieter verbieten das Befahren von F- und Hochlandstraßen ohne geeignetes Allrad-Fahrzeug. Wenn Sie im Herbst oder Winter unterwegs sind, sollten Sie generell eine robuste Fahrzeugklasse, wie Geländewagen oder SUVs kleineren Mietwagen vorziehen.
Aufgrund des Klimas und der geringen Bevölkerungsdichte hält Island für Reisende mit dem Auto einige Besonderheiten bereit. Außerdem muss überall mit Tieren auf der Fahrbahn gerechnet werden. In den kälteren Monaten kann es zu plötzlichen, heftigen Schneefällen kommen, die auch zu kurzfristigen Sperrungen der Ring Road führen können. Die Hochlandstraßen sind im Winter gesperrt und auch im Sommer sind sie nur für Allrad-Fahrzeuge zugänglich. Eine weitere Herausforderung können die zum Teil starken Windböen darstellen. Beachten Sie die Anzeigen am Straßenrand, die in Echtzeit Windgeschwindigkeit und Temperatur angeben. Tankstellen liegen meist weit auseinander, weshalb Tankstopps vorausschauend geplant werden sollten.
Rund um Reykjavík ist das Straßennetz gut ausgebaut und die Hauptverkehrsachsen teilweise mehrspurig. Dies gilt zum Beispiel für die Route 41, die die Hauptstadt mit dem Flughafen Keflavík verbindet. Außerhalb des Ballungszentrums Reykjavík und abseits der Nationalstraße 1 sind die meisten Straßen nicht asphaltiert, sondern mit losem Schotter bedeckt. Tiefe Schlaglöcher sind hier die Regel. Fahren Sie besonders vorsichtig und achten Sie auf Steinschlag durch vorausfahrende Fahrzeuge. Die Bergstraßen sind zudem oft sehr schmal und daher nicht zum Schnellfahren ausgelegt. Das Gleiche gilt auch für viele Brücken, von denen die meisten nur breit genug für ein Auto sind. Die Ringstraße bildet hier keine Ausnahme.
Die Tempolimits betragen innerorts meist 50 km/h, auf unbefestigten Landstraßen 80 km/h und auf asphaltierten Landstraßen 90 km/h. Autobahnen gibt es in Island nicht. Es herrscht eine Gurtpflicht sowie Rechtsverkehr. Außerdem besteht eine 0,5-Promille-Grenze. Sowohl am Tag als auch nachts ist das Fahren mit Abblendlicht Pflicht. In mehrspurigen Kreisverkehren hat die innere Fahrbahn Vorfahrt. In Island gibt es keine allgemeine Maut, der Hualfjördur Tunnel ist jedoch gebührenpflichtig. Aufgrund der empfindlichen Natur ist das Offroadfahren überall auf Island strengstens verboten. Gleiches gilt für das Halten am Straßenrand oder auf der Fahrbahn. In regelmäßigen Abständen sind Haltebuchten und Rastplätze ausgewiesen. Auch an nahezu allen Sehenswürdigkeiten sind Parkplätze vorhanden. In Island gelten keine spezifischen Mitführpflichten, jedoch sollte im Mietwagen zumindest ein Reserverad vorhanden sein.
Die meisten Touristen erreichen Island über den nahe der Hauptstadt Reykjavík gelegenen Flughafen von Keflavík und reisden von hier mit dem Mietwagen weiter. Reykjavík ist die sowohl nördlichste Hauptstadt der Welt als auch die einzige Großstadt des Landes. Weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt ist die über 70 Meter hohe Hallgrímskirkja, ein moderner Kirchenbau aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Direkt vor dem beeindruckenden Gebäude befindet sich das Denkmal für Leif Eriksson, einem berühmten isländischen Entdecker.
Neben einem entspannten Bummel durch die bunten und geschäftigen Straßen Reykjavíks lohnt sich der Besuch eines der vielen Museen vor Ort, beispielsweise des Nationalmuseums für das kulturelle Erbe Islands. Auch für Nachtschwärmer hat die Stadt einiges zu bieten. Im zentralen Bezirk Laugavegur reihen sich auf fast einem Kilometer Kneipen, Bars und Diskotheken. Absolutes Highlight während eines Aufenthalts in der Stadt ist aber ein Besuch der sogenannten "Blauen Lagune", ein Thermalfreibad mit konstanter Wassertemperatur von etwa 37 Grad.
Darüber hinaus ist Reykjavík Start- und Zielpunkt des Golden Circle, einer beliebten Mietwagen-Reiseroute für den Südwesten Islands, an der viele Geysire und Schlammtöpfe sprudeln. Berühmt ist die Rundfahrt für den Wasserfall Gullfoss, den Geysir Strokkur und den Vulkankrater Kerid. Auch Þingvellir, eines der frühesten politischen Versammlungszentren der Insel, ist Teil der Strecke. Das UNESCO-Weltkulturerbe ist der Gründungsort des ältesten Parlamentes der Welt, dem Althing. Mit einem Mietwagen benötigen Sie für den Golden Circle etwa einen Tag. An allen Sehenswürdigkeiten sind zudem Parkplätze vorhanden.
Mein Tipp
40 Kilometer außerhalb von Reykjavík erwartet Sie nahe der kleinen Stadt Hveragerði ein weiteres Naturhighlight. Nach einer kurzen Wanderung durch das Reykjadalur-Tal erreichen Sie einen geothermalen Fluss, dessen angenehm warmes Wasser ganzjährig zum entspannten Baden einlädt – mitten in der beeindruckenden Vulkanlandschaft, die Island so einzigartig macht.
Am Golden Circle hören die Wunder Islands aber nicht auf – im Gegenteil. Je weiter sich Reisende auf der Ringstraße Hringvegur vorwagen, desto beeindruckender zeigt sich die Insel: von den großen Wasserfällen wie zum Beispiel dem Skógafoss über gewaltige Gletscher wie den Vatnajökull bis hin zu den verträumten Fjorden im Westen oder dem noch wenig erschlossenen Norden. Wer auf der Suche nach dem ultimativen Abenteuer ist, sollte einen Abstecher in das nahezu menschenleere Hochland der Insel unternehmen – den passenden, geländegängigen Mietwagen vorausgesetzt.