
Der im Süden der Insel gelegene Flughafen von La Gomera (GMZ) wird lediglich von innerspanischen Zielen aus angeflogen. Flugverbindungen ins Ausland werden aufgrund der begrenzten Größe des Airports nicht angeboten. Die Anreise nach La Gomera mit dem Flugzeug erfolgt normalerweise über eine Umsteigeverbindung auf Teneriffa. Günstiger ist aber in der Regel eine Überfahrt mit Fähre von Los Cristianos nach San Sebastian de la Gomera. Mietwagen können jedoch auch am Flughafen von La Gomera ausgeliehen werden. Mehrere Autovermietungen sind im Terminal vertreten.
Autobahnen oder andere Schnellstraßen sucht man als Autofahrer auf La Gomera vergebens. Zwar ist das Straßennetz im guten Zustand und wurde in den letzten Jahren verstärkt ausgebaut. Reisen mit dem Mietwagen sollten für ihre Touren jedoch trotzdem ausreichend Zeit einplanen. Das liegt vor allem an der Topographie der Insel. Hohe Berge und tiefe Täler sorgen für enge, steile und besonders kurvenreiche Straßen. Vorsichtiges und vorausschauendes Fahren hat auf La Gomera oberste Priorität. Zu beachten ist auch, dass es Tankstellen nur in den großen Ortschaften gibt, ebenso sind Supermärkte nicht überall vorhanden. Deshalb sollte vor Fahrtantritt immer auf ausreichend Benzin und Proviant geachtet werden. Mautstraßen gibt es auf La Gomera nicht.
Das Fahren auf La Gomera ist problemlos mit dem deutschen Führerschein möglich. Auch die hier geltenden spanischen Verkehrsregeln ähneln den deutschen Bestimmungen. Um einen Mietwagen zu leihen, ist jedoch in der Regel ein Mindestalter von 21 Jahren Voraussetzung. Innerhalb von Ortschaften sind 50 km/h und außerhalb 90 km/h erlaubt. Vor besonders engen Kurven wird gehupt, um entgegenkommende Fahrzeuge zu warnen. Das Fahren unter Alkoholeinfluss ist nicht zu empfehlen, die Promillegrenze liegt bei 0,5. Im Allgemeinen haben Fahrzeuge, die sich bereits im Kreisverkehr befinden, in Spanien Vorfahrt. Dennoch ist es wichtig, auf die Beschilderung bei der Einfahrt in den Kreisverkehr zu achten.
Mit dem Schiff ist La Gomera von der Nachbarinseln Teneriffa aus erreichbar. Die Anbieter Naviera Armas sowie Fred Olsen Express verkehren mehrmals täglich mit Autofähren zwischen den Häfen von San Sebastian de la Gomera und Los Cristianos auf Teneriffa. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde. Bitte beachten Sie, dass die Mitnahme von Mietwagen auf Fähren von den meisten Autovermietungen auch innerhalb der Kanaren nicht gestattet wird. Besucher, die ohne eigenes Auto auf La Gomera ankommen, haben direkt am Fährterminal die Auswahl zwischen mehreren Autovermietungen.
Obwohl La Gomera nach El Hierro die kleinste Insel der Kanaren ist, gibt es zahlreiche Routen, um die Insel mit dem Mietwagen zu entdecken. Oft reicht es einfach, von der Hauptstraße abzubiegen und sich treiben zu lassen. Die nächste spektakuläre Aussicht ist meistens nicht weit entfernt. Ein Highlight ist ein Ausflug durch den Garajonay-Nationalpark im Herzen der Insel. Der Ausblick vom Auto aus auf die grüne Landschaft und die zerklüfteten Bergmassive ist so beeindruckend, dass auf der Strecke regelmäßig Aussichtspunkte zu finden sind. Auch Wanderparkplätze sind am Rand des Nationalparks vorhanden.
Mein Tipp
Eine besonders aufregende Fahrt erwartet Sie zwischen Arure und La Puntilla. Auf einer Strecke von zwölf Kilometern legen Sie gut 800 Höhenmeter zurück und durchqueren dabei auf engen Serpentinen eines der schönsten Täler La Gomeras. Am Ende der Strecke wartet mit der Playa de Valle Gran Rey dann auch noch einer der beliebtesten Strände der Insel.
Überall auf La Gomera finden sich Dörfer, die sich malerisch in die spektakuläre Landschaft einfügen. Treppendörfer wie La Calera oder El Guro in Valle Gran Rey sind nicht nur herrlich idyllisch gelegen, sondern bieten sich auch als Fotomotiv an. Aber auch viele andere kleinere Orte am Wegesrand wie Vallehermosa oder Hermigua laden zum Zwischenstopp ein. Es lohnt sich daher, den Mietwagen auch einfach einmal stehenzulassen und die Dörfer und Natur zu Fuß zu erkunden. Zahlreiche Wanderrouten durchziehen die Insel und die Einstiegspunkte sind mit dem Auto gut zu erreichen.
Ein besonders beeindruckendes Naturschauspiel erwartet Urlauber an der Küste von Los Organos. Wie tausende Orgelpfeifen ragen hier Felsformationen in den Atlantischen Ozean – ein Zeugnis der belebten, vulkanischen Vergangenheit der Insel. Am besten lassen sich die bis zu 80 Meter hohen und 200 Meter langen Klippen vom Wasser aus beobachten. Ausflugsboote starten regelmäßig aus den Häfen von Playa Santiago und Valle Gran Rey.