
Die meisten Azoreninseln verfügen über eigene Flughäfen, jedoch sind nur von der Hauptinsel São Miguel internationale Flüge verfügbar. Die übrigen Airports dienen dem Flugverkehr innerhalb des Archipels. Das Leihen von Mietwagen ist aber an allen Inselflughäfen problemlos möglich – rechtzeitige Buchung vorausgesetzt. Während an den größeren Airports, wie zum Beispiel am Flughafen Ponta Delgada auf São Miguel, mehrere Autovermieter zur Auswahl stehen, ist das Angebot auf den kleineren Inseln, wie Flores, oft eingeschränkt und es stehen nur wenige Fahrzeuge zur Verfügung. Wir empfehlen daher den Mietwagen bereits vor der Anreise zu buchen.
Alle größeren Inseln der Azoren sind straßentechnisch gut erschlossen. Die Hauptstraßen sind asphaltiert und in gutem Zustand. Einzelne Teilstücke, wie zum Beispiel die EN2-1A auf Terceira sind sogar autobahnähnlich ausgebaut. Aufgrund ihres vulkanischen Ursprungs sind die Azoreninseln sehr gebirgig. Gerade bei Fahrten ins Inselinnere sind hohe Steigungen zu überwinden, weshalb ein gut motorisierter Mietwagen zu empfehlen ist. Zudem sind die Straßen kurvenreich und die Vegetation am Straßenrand sehr dicht. Sie sollten daher vorausschauend fahren, insbesondere da Rinderherden auf der Fahrbahn keine Seltenheit sind. Aus diesem Grund sollten Autofahrerinnen und Autofahrer auch nicht für Fotos auf der Fahrbahn halten. Stattdessen gibt es an besonders beliebten Aussichtspunkten Haltebuchten. Eine Maut für Pkw gibt es auf den Azoren nicht.
Auf den Azoren gelten die gleichen Verkehrsregeln wie im Rest Portugals, die auch denen in Deutschland sehr ähnlich sind. Für das Fahren eines Mietwagens ist ein deutscher bzw. EU-Führerschein nötig. Innerhalb geschlossener Ortschaften liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 50 km/h, auf Landstraßen sind höchstens 90 km/h erlaubt. Auf der Autobahn der Insel São Miguel liegt das Tempolimit bei 120 km/h. Die Einheimischen pflegen einen weitestgehend entspannten Fahrstil. Dort, wo es die Geschwindigkeitsbegrenzung erlaubt, wird jedoch auch gerne etwas schneller gefahren. Beachten Sie, dass in höheren Lagen das Wetter sehr schnell umschlagen kann. Während an der Küste die Sonne vom wolkenlosen Himmel scheint, können die Pässe wolkenverhangen sein, was die Sicht stark beeinträchtigt.
Zwischen den Inseln gibt es regelmäßige Fährverbindungen, sodass Autofahrerinnen und Autofahrer in den vollen Genuss der abwechslungsreichen Naturlandschaft der verschiedenen Azoreninseln kommen dürfen. Die Fähren verkehren auf unterschiedlichen Linien vorwiegend innerhalb der drei Inselgruppen des Archipels. Verbindungen zwischen den verschiedenen Gruppen sind deutlich seltener und werden zum Teil nur saisonal angeboten. Die Mitnahme von Fahrzeugen ist möglich, jedoch sollten Reisende vorab bei ihrer Autovermietung anfragen, ob Fährfahrten mit dem Mietwagen gestattet sind. Oft verbietet dies die Mietbedingungen und bei Verstößen kann der Versicherungsschutz erlöschen. Zudem kann der Vermieter Strafgebühren verlangen.
Jede Azoreninsel ist einzigartig und hat einen ganz eigenen Charakter. Ein guter Ausgangspunkt für eine Rundreise über die Azoren ist São Miguel. Die größte Insel des Archipels beeindruckt mit ihren blauen Kraterseen, heißen Mineralquellen und romantischen Tee-Plantagen. In der Hauptstadt Ponta Delgada erwartet Touristinnen und Touristen eine sehenswerte Altstadt mit zahlreichen kleinen Gärten und der historischen Kirche Sao Sebastião. Abends lädt die hübsche Uferpromenade an der Küste zum Ausgehen und Flanieren ein. In Europa so einmalig: Auf São Miguel gibt es gleich mehrere Tee-Plantagen, die frei begehbar sind. Interessierte können hier auch an Führungen teilnehmen und sich dabei durch die verschiedenen Sorten probieren.
Die südlichste Insel der Azoren, Santa Maria, ist aufgrund ihrer besonders schönen Sandstrände beliebt. Dort herrscht erholsame Stille, die Urlauberinnen und Urlauber zum Verweilen einlädt. Reisende mit einem Mietwagen gelangen mit der Fähre vom Hafen von Ponta Degalda auf das Eiland. Im Ort Vila do Porto gibt es einige Sehenswürdigkeiten zu bestaunen, darunter die aus dem 15. Jahrhundert stammende Pfarrkirche und das historische Rathaus. In der geschäftigen Hauptstraße reihen sich gemütliche Cafés und Restaurants an Obstsstände und Souvenirshops.
Auf Faial warten während der Sommermonate schier endlos weite Felder blauer Hortensien darauf, gesehen zu werden. Die größte Stadt der "Blauen Insel", Horta, besitzt einen mondänen Jachthafen und liegt am Fuße des Vulkan Capelinhos. Dort befindet sich auch ein Dokumentationszentrum, in dem Reisende mehr über die Entstehung der Azoren lernen können. Auf keiner Reise zu den Azoren sollte Flores fehlen. Die westlichste Insel ist nicht nur der letzte Vorposten Europas im Atlantik, sie ist auch ein absolutes Naturparadies. Tropisch anmutende Wälder, wilde Hortensienbüsche und spektakuläre Wasserfälle sind nur ein paar Highlights des kleinen Eilands.