Südamerika: Anden-Tunnel verbindet Atlantik und Pazifik

München, 20.10.2017 | 11:44 | lvo

Argentinien und Chile teilen sich eine der längsten binationalen Grenzen der Welt – und sind durch die Anden als gigantisches Hindernis doch voneinander getrennt. Jetzt soll ein Straßentunnel durch das Gebirge gebohrt werden, der Mietwagenfahrern und Wirtschaftsverkehr kürzere Wege zwischen den südamerikanischen Staaten ermöglicht. Dem Nachrichtenportal Latina Press zufolge wird das Projekt rund 1,5 Milliarden US-Dollar kosten.

Südamerika Anden-Tunnel Chile Argentinien

In rund 30 Stunden Fahrzeit verbindet die Strecke den Atlantik mit dem Pazifik. Foto: Google Maps/CHECK24

Mit Plänen für den sogenannten „Túnel de Agua Negra“ haben die Regierungen Argentiniens und Chiles bereits vor einigen Jahren eines der größten Projekte der Integration zwischen zwei Staaten in Südamerika gestartet. Der neue Abschnitt wird auf 13,9 Kilometern die argentinische Provinz San Juan mit der Region Coquimbo in Chile verknüpfen. Damit wird es der fünft- oder sechstlängste Straßentunnel der Welt. Er soll aus zwei Röhren bestehen und laut N24 auf 3.800 bis 4.070 Metern Höhe liegen. Bislang befindet sich der Grenzübergang auf 4780 Metern und ist im Winter mehrere Monate lang gesperrt. Bis 2026 ist die Fertigstellung des "Túnel de Agua Negra" geplant.

Die Strecke durch das Hochgebirge ist der letzte Abschnitt einer weiteren transozeanischen Verkehrsverbindung. Von Porto Alegre in Brasilien über Santa Fe und San José de Jáchal in Argentinien erreichen Autofahrer künftig nach rund 30 Stunden Fahrzeit die Pazifikküste von Chile. Ziel des Tunnel-Projektes ist es, starke regionale Verbindungen zu behalten. Für Wirtschaft und Tourismus in Südamerika sei das wesentlich, um zu überleben. Im Flugsektor arbeitet Chile mit bereits seit zwei Jahren mit Brasilien enger zusammen. So fusionierten die Airlines LAN und TAM zur LATAM. Die Umstellung auf ein einheitliches Erscheinungsbild beider Airlines soll bis 2019 abgeschlossen sein.