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Übersicht
Vieles, was zur Einigung des polnischen Volkes beitrug, geschah unter den Herrschern des Stammes der namensgebenden Polanen im 10. Jahrhundert. Sie unterwarfen große Teile des Gebietes und machten sich viele der weiteren angesiedelten Stämme Untertan. Polen wurde christianisiert und schließlich in engem Bund mit dem Heiligen Römischen Reich zum Königreich ernannt. Nach der langen dynastischen Verbindung mit Litauen und Zeiten der Unterwerfung und Wiedererstarkung wurde Polen in den Jahren zwischen den Weltkriegen zum unabhängigen Staat. Die Besatzungen durch das Deutsche Reich und die Sowjetunion waren für Land und Bevölkerung verheerend und aus der neuerlichen Abhängigkeit als Teilstaat des Ostblocks ging schließlich im Jahr 1989 die heutige Republik Polen hervor.
Lage
Das mitteleuropäische Staatsgebiet von Polen teilt sich Grenzen mit insgesamt sieben Ländern, darunter Deutschland und Russland (Kaliningrad), und besitzt einen weitläufigen Zugang zur Ostsee. Das Land ist in 16 Woiwodschaften gegliedert und vereint in ihnen große ländliche Agrargebiete und bedeutende Metropolregionen. Im Süden noch gebirgig, wird der größte Teil des Landes in Richtung der Ostsee immer flacher. Etwa in der Mitte Polens, leicht nach Osten versetzt, liegt die Hauptstadt Warschau. Seit 2004 Mitglied der Europäischen Union, wird Polen jedoch frühestens in einigen Jahren den Złoty für den Euro eintauschen.
Wichtigste Ziele in Polen
In den Metropolen wird das große Erbe der polnischen Kultur am deutlichsten. So klärt ein Besuch in Warschau jedoch auch über das zerstörende Potenzial der Geschichte auf. Am Ende des Zweiten Weltkrieges standen nur noch etwa 20 % der Gebäude im Stadtgebiet. Umso faszinierender, wie sehr es gelungen ist, die historischen Gebäude zu rekonstruieren und in das heutige Erscheinungsbild dieser Weltstadt zu integrieren. Moderne Architektur und zeitgenössische Kunst gehen Seite an Seite von prachtvollen Palästen und Kirchen, die aus einer früheren Zeit überlebten oder wiedererbaut wurden. Die Stadt an der Weichsel ist ein Touristenziel ersten Rangs mit einem überbordenden kulturellen Angebot. Über 30 Theater und eine weltberühmte musikalische Tradition lassen sich in Häusern wie der Nationalphilharmonie, der Kammeroper und dem spektakulären Teatr Wielki bezeugen.
In der Universitätsstadt Łódź, die etwas mehr als 100 km von Warschau entfernt und im ungefähren Zentrum des polnischen Staatsgebiets liegt, leben etwa 750.000 Menschen. Damit steht sie an dritter Stelle nach der Hauptstadt und Krakau. Das gut erhaltene Łódź spielte eine wichtige wirtschaftliche Rolle für Polen nach 1945, da die Hauptstadt zerstört war. Seit jeher ein ökonomisches Zentrum des Landes, hat sich das Selbstverständnis der Stadt im Laufe der Geschichte stark diversifiziert. Heute offenbart sich ein wichtiger Hochschulstandort mit einer reichen Museen-, Theater- und vor allem Filmlandschaft. Der Grund für das enorme Angebot an Kinos, Filmveranstaltungen und thematischen Ausstellungen ist die ansässige Staatliche Hochschule für Film, Fernsehen und Theater Łódź. Kaum ein großer und international bekannter Name des polnischen Kinos, der hier nicht studierte, unter vielen anderen waren das etwa Polanski und Wajda.
Wie erwähnt bewegt sich das Bestreben Polens um ein möglichst geschütztes Naturerbe an Europas Spitze: über ein Prozent der Fläche des Landes wird von Nationalparks ausgemacht. Ganz nah an Tschechien und nur etwa 150 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, erhebt sich das Schutzgebiet der Heuscheuergebirge. Die grünen Hügel und außergewöhnlichen Felsformationen des Gebirgszuges, der sich über 42 Kilometer streckt, laden zum ausgiebigen Wandern und Bergsteigen ein. Der größere der beiden Tafelberge ist mit 919 Metern Höhe bald erklommen und sein Plateau offenbart eine wunderbare Rundumsicht auf das umliegende Gebiet, auch sollten seine beeindruckenden Felslabyrinthe nicht verpasst werden. Wer sich ganz in den Osten Polens an die Grenze zu Weißrussland begibt, kann im Urwaldgebiet des Białowieża-Nationalparks Zeuge einer Artenvielfalt werden, die schon seit 1979 auf der Liste des UNESCO-Weltnaturerbes steht. Besondere Wichtigkeit besitzt der Bereich aufgrund der wenigen wiederfreigesetzten Wisents, die hier ihren Rückzugsort gefunden haben.
Beste Reisezeit
Je nach Region herrscht in Polen ein maritimes oder kontinentales Klima. So sind die Sommer in Danzig durchschnittlich etwas kühler und die Winter etwas milder als etwa in Warschau. Im Nordosten an der Grenze zu Litauen ist es für gewöhnlich am kältesten. Die angenehmsten Verhältnisse für einen Besuch in Polen herrschen zwischen Mai und September, wenn die Durchschnittstemperaturen in manchen Regionen auf über 20 °C steigen und man in der warmen Ostsee baden kann.
Autofahren in Polen
Der Fahrstil in Polen ist bekannt dafür, etwas schneller und impulsiver als in Deutschland zu sein. Auf Autobahnen sind seit 2011 bis zu 140 km/h erlaubt, auf Schnellstraßen liegt die Grenze bei 100 km/h und innerhalb geschlossener Ortschaften bei 50 km/h bzw. in der Nacht von 23 bis 5 Uhr bei 60 km/h. Von Oktober bis Februar ist das Abblendlicht auch am Tag einzuschalten. Von Handygesprächen am Steuer und jeglichem Alkoholkonsum sollte abgesehen werden.
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